Presseinformationen der NürnbergMesse

April 2011
Studie bestätigt: Kongress- und Tagungsmarkt tut Nürnbergs Wirtschaft gut
  • Schon heute rund 6 Millionen Euro Steuereinnahmen
  • Zusätzliche Kongresskapazitäten für 500 bis 1.000 Personen in Nürnberg notwendig
  • Kongressmarketing stärken
Kongresse sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Nürnberg. Das ist das Ergebnis der Studie „Der Kongress- und Veranstaltungsmarkt Nürnberg“ des renommierten Europäischen Institut für Tagungs-Wirtschaft (EITW), in Auftrag gegeben von der Stadt Nürnberg und dem CCN CongressCenter Nürnberg. Untersucht wurden die Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Potenz des Kongress- und Tagungsmarktes sowie dessen Perspektiven für die Zukunft.
 
„Ein Bruttoumsatzvolumen von 480 Millionen Euro und Steuereinnahmen von rund 6 Millionen Euro unterstreichen, dass wir in Nürnberg weiter aktiv werden müssen. Die in der Studie festgestellte Angebotslücke im Segment der Tagungen mit 500 bis 1.000 Personen stellt uns vor eine neue Herausforderung“, fasste berufsmäßiger Stadtrat und Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen.

Der Tagungs- und Kongressmarkt hat sich auch in Nürnberg zu einem eigenständigen Wirtschaftszweig entwickelt und fest etabliert. So konnte das CCN CongressCenter Nürnberg seinen Umsatz seit 2004 von 5,4 Millionen Euro auf 11 Millionen Euro 2010 verdoppeln und hat sich zu einem wahren Magneten für Großkongresse entwickelt. „Das CongressCenter Nürnberg hat sich in den letzten Jahren einen Spitzenplatz in Deutschland erarbeitet – vor allem mit großen Kongressen. Nun gilt es, den Erfolg auf breitere Füße zu stellen, spürbar für ganz Nürnberg“, so CCN-Chef Friedhelm Lenz, der gemeinsam mit Dr. Fleck einer der Väter der Kongressinitiative Nürnberg ist.

Beeindruckender Wirtschaftsfaktor

Beeindruckende Fakten präsentiert der Autor der Studie, Prof. Dr. Michael-Thaddäus Schreiber, Inhaber der Professur für Tourismus- und Dienstleistungswirtschaft an der Hochschule Harz in Wernigerode und Geschäftsführer des EITW. So fanden in Nürnberg 2009 rund 26.000 Veranstaltungen statt, an denen circa 1,3 Millionen Kongress- und Tagungsbesucher teilnahmen. Die Veranstaltungsgäste sorgten insgesamt für ein Bruttoumsatzvolumen von rund 480 Millionen Euro, von denen 296 Millionen Euro in Nürnberg verblieben.

Der größte Teil der Ausgaben fließt dem Gastgewerbe (Gastronomie, Hotels) zu, danach folgen Transportkosten. Der Einzelhandel partizipiert mit rund 46 Millionen Euro Bruttoumsatz. Allein die jährlichen Steuer¬einnahmen des Kongress- und Tagungsmarktes belaufen sich auf fast 6 Millionen Euro für die Stadt Nürnberg. Aus dem Tagungsmarkt Nürnberg könnten rechnerisch demnach 10.580 Personen mit dem durch¬schnittlichen Nürnberg-Einkommen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Prof. Dr. Michael-Thaddäus Schreiber: „Schon heute zählt Nürnberg zu den Top 3 Veranstaltungsdestinationen in Deutschland: das Ranking aus Sicht der Befragten, davon die Hälfte Bestandskunden: ‘Berlin – Nürnberg – München‘ und Nürnberg hat das Potential für die Champions-League."

„Die Ergebnisse der Studie sind ein klares Votum für den Kongress¬standort Nürnberg! Die Stärkung des Kongresssegments und die Auslastung der in den letzten Jahren geschaffenen Kapazitäten waren und sind ein wichtiger Baustein zur ökonomischen Zukunftssicherung in Stadt und Region Nürnberg“, sagt Wirtschaftsreferent Roland Fleck.

Herausforderung an den Standort: Erweiterung der Kapazitäten

Dabei ist laut Prof. Schreiber die Wirtschaftskraft des Kongress- und Veranstaltungssegments in Nürnberg bei weitem noch nicht voll ausgeschöpft. Die Marktstudie zeigt deutlich, dass die Nürnberger Kapazitäten kein optimales Hallen- und Raumkonzept für Veranstaltungen im Bereich von 500 bis 1000 Teilnehmern bieten. Entsprechend liegt der Marktanteil dieser Veranstaltungen in Nürnberg rund ein Viertel unter dem Bundesdurchschnitt. Schreiber: „Durch diese Lücke gehen bei den befragten Veranstaltern geschätzte 330 Veranstaltungen mit 110.000 Teil-nehmern verloren. Jede zweite Anfrage in Nürnberg endet mit einer Absage – die meisten Absagen begründen die Veranstalter mit Kapazitätsgründen. Deshalb ist ein essentieller Perspektiv-Baustein die Schaffung neuer Kapazitäten im mittleren Segment. Die Ergänzung um weitere Hotelkapazitäten sollte dabei ebenfalls überprüft werden.“

Zwar hatten in früheren Jahren kleinere und mittlere Kongresse durchaus auch im CCN stattgefunden; durch das stetige Wachstum der internationalen Fachmessen und der Sogwirkung des CCN auf große Veranstaltungen blieb dafür jedoch immer weniger Platz in den vollen Terminkalendern von NürnbergMesse und CCN, erklärt CCN-Chef Lenz.

Fragt sich wo kleinere und mittlere Tagungen und Kongresse stattfinden sollen, deren positive wirtschaftliche Auswirkungen auf Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel die Studie beschreibt. Und die, wie Lenz verdeutlicht, „ein Brutkasten sind, aus dem größere Kongresse oder gar Messen entstehen können.“ Die frisch renovierte Meistersingerhalle allein kann nach Auffassung von Dr. Roland Fleck aufgrund der zahlreichen kulturellen Veranstaltungen die Nachfrage jedenfalls nicht abfangen. Eine kurzfristige Lösung sei nicht in Sicht. „Diese Angebotslücke ist eine Herausforderung. Es ist ein Auftrag an die Wirtschaftspolitik und die Kongress-Initiative Nürnberg, dieses Thema voranzutreiben. Wir haben heute noch keine fertige Lösung anzubieten. Aber wir haben mit der Studie ein Fundament für weitere Gespräche und Entscheidungen geschaffen, auf das wir aufbauen können. Und wo eine Nachfrage ist, wird über kurz oder lang ein entsprechendes Angebot geschaffen“, ist Fleck überzeugt.

Optimierung des Kongressmarketings

Die Studie empfiehlt auch die Einrichtung eines zentralen Convention-Büros sowie die Schärfung des Kongressmarketings. Fleck: „Wir streben daher eine Weiterentwicklung der Kongressinitiative ebenso an wie ein intensiveres Kongressmarketing. Ein erster Schritt ist mit der Einstellung eines Convention Sales Managers bei der Congress- und Tourismus-Zentrale zum 1. April 2011 getan.“


Ansprechpartner für Presse und Medien:

Stadt Nürnberg, Wirtschaftsreferat
Dr. Roland Fleck
Tel +49 (0) 9 11. 2 31-22 70
Fax +49 (0) 9 11. 2 31-38 28
wirtschaftsreferat@stadt.nuernberg.de
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CCN CongressCenter Nürnberg
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Fax +49 (0) 9 11. 86 06-86 40
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Studie „Der Kongress- und Veranstaltungsmarkt Nürnberg“
 
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