Presseinformationen der NürnbergMesse
Juli 2010
Halbjahres-Pressekonferenz der NürnbergMesse: Rede Bernd A. Diederichs, Geschäftsführer NürnbergMesse
Donnerstag, 15. Juli 2010, 11.00 Uhr
Es gilt das gesprochene Wort!
Es gilt das gesprochene Wort!
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
bei der letzten Pressekonferenz der NürnbergMesse im Dezember 2009 haben wir die Wirtschaftskrise für beendet erklärt. Diese Einschätzung war richtig. Die Konjunktur zieht an, die Auftragsbücher unserer Kunden füllen sich schneller, als sie abgearbeitet werden können, der Beschäftigungsabbau scheint gestoppt.
Dennoch: ein kleines Echo der Krise begleitet uns durch das erste Halbjahr 2010. Schließlich stammen die Budgets insbesondere der ausstellenden Wirtschaft für die Messen des laufenden Jahres aus der zweiten Hälfte des letzten Jahres. Als diese Budgets in den Unternehmen aufgestellt wurden, machte der Optimismus gerade Pause. Wie der AUMA, der Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft ermittelt hat, wollten deutsche Aussteller im Zeitraum 2009/2010 rund 10 Prozent weniger Geld ausgeben, als noch ein Jahr zuvor für den gleichen Zeitraum prognostiziert wurde.
Dieses konservativere Ausgabeverhalten spüren wir natürlich auch in Nürnberg. Im Ergebnis gehen auch bei uns zwei von drei wichtige Messekennzahlen des ersten Halbjahres 2010 bei den Eigen- und Partnerveranstaltungen leicht zurück: Aussteller minus zwei, Nettofläche minus drei Prozent. Gegen diesen Trend stemmt sich der Fachbesuch, der um zwei Prozent wächst. Einmal mehr hat sich die internationale Beteiligung am Messeplatz Nürnberg deutlich positiver entwickelt als die nationale: Die Zahl der internationalen Aussteller wuchs um ein Prozent, die von diesen Ausstellern gemietete Nettofläche legte überproportional um drei Prozent zu und der internationale Fachbesuch kletterte sogar um fünf Prozent.
Bereits heute zeichnet sich eine weitere Erholung für das zweite Halbjahr ab, so dass wir insgesamt mit neuen Bestmarken bei Umsatz und Gewinn rechnen. Im vergangenen Jahr verzeichneten wir mit 133 Millionen Euro den zweithöchsten Umsatz in der Umsatzgeschichte, in diesem Jahr werden wir die alte Bestmarke aus 2008 weiter nach oben verschieben und rechnen mit über 180 Millionen Euro. Rund 90 Prozent unseres Umsatzes werden wir im Inland erwirtschaften, circa zehn Prozent im Ausland.Noch positiver stellt sich unsere Gewinnentwicklung dar. Hier wird sich unser Ergebnis gegenüber dem vergangenen Jahr um rund 13 Millionen Euro verbessern. 2009 verzeichneten wir einen Verlust von rund sechs Millionen Euro, 2010 erwarten wir einen Gewinn von etwa sieben Millionen Euro.
Sowohl 2009 wie auch 2010 wird das Ausland einen Teil zur Ergebnisverbesserung beisteuern. 2009 konnten wir den geplanten Verlust um 1,4 Millionen Euro reduzieren, gut 20 Prozent oder 300.000 Euro haben dazu unsere Tochtergesellschaften im Ausland beigetragen. Auch im Jahr 2010 werden unsere Töchter in China, Nordamerika, Brasilien und in Italien in Summe Gewinne abliefern, wir rechnen mit rund 500.000 Euro. Weitere gut 6,5 Millionen Euro Gewinn werden wir in Nürnberg erwirtschaften. Daraus wird deutlich: Nürnberg ist und bleibt das Zentrum unserer Aktivitäten. Dazu bekennen wir uns auch im Rahmen unserer Strategie NürnbergMesse 2020. Dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt, können Sie aus den Geländeinvestitionen der vergangenen Jahre ersehen. Allein in 2009 und 2010 investieren wir über 50 Millionen Euro in die Qualität des Geländes, davon den größten Teil in das eben besichtigte Ensemble Mitte.
Wir erhöhen damit die Attraktivität eines Messe- und Kongressgeländes, das zu den am besten ausgelasteten in Deutschland und Europa zählt. Eine Auslastung, die wir künftig weiter steigern wollen. Deshalb werden wir uns in den kommenden Jahren vor allem darauf konzentrieren, die logistischen Rahmenbedingungen zu verbessern und nicht die Hallenfläche zu erweitern. Derzeit haben wir einen Auslastungsfaktor von 12 bzw. 13, je nachdem ob wir von turnusgemäß stärkeren oder schwächeren Messejahren sprechen. Der Auslastungsfaktor gibt an, wie häufig unsere Hallenfläche genutzt wurde. In einigen Jahren soll sich dieser Auslastungsfaktor bei 14 und 15 bewegen, was einer Steigerung von rund 25 Prozent entspräche. Aus diesen Planungen können Sie ersehen, dass wir dem Messe- und Kongressplatz Nürnberg noch einiges Potential zutrauen. Wir werden also nicht nur im Ausland überdurchschnittlich wachsen, wir werden dies auch im Inland tun.
Geländeinvestitionen sind eine notwendige aber noch keine ausreichende Bedingung, wenn wir auch in Zukunft erfolgreich sein wollen. Viel wichtiger ist Frage, was soll künftig darin stattfinden und wie sind diese Veranstaltungen in Ganz-Jahres-Aktivitäten eingebettet? Hier kennen Sie uns: Wir entwickeln unsere bestehenden Veranstaltungen kontinuierlich weiter und sind gleichzeitig permanent auf der Suche nach neuen Veranstaltungen.
Neue, viel versprechende Veranstaltungen in diesem Zusammenhang sind die Perimeter Protection, die erstmals in Kooperation mit dem Messeveranstalter H&K aus Baden-Württemberg in Nürnberg durchgeführt wurde, und die art fair europe, eine Fachmesse für Kunsthandel, die Anfang Oktober zum ersten Mal bei uns in Nürnberg stattfinden wird. Im Ausland veranstalten wir die Messe Bulk Solids India in Mumbai. Bereits im letzten Jahr haben wir dieses Konzept in Kooperation mit dem Vogel-Verlag, Würzburg, als Kongress mit Lobbyshow in einem indischen Hotel gestartet, nun soll eine Fachmesse daraus entwickelt werden. Darüber hinaus haben wir mit dem Vogel Verlag das POWDER & BULK NETWORK etabliert, das Veranstaltungen in Deutschland, Schottland, China und Indien umfasst. Mit diesem und weiteren Netzwerken folgen wir unserer Philosophie, dass Partnerschaften vor allem eines stiften müssen: Nutzen für die Beteiligten.
Ebenfalls in Indien werden wir im kommenden Jahr einen Ableger unserer fensterbau/frontale starten. Und weil aller guten Dinge häufig drei sind, freuen wir uns, dass wir als noch junger Marktteilnehmer in Indien bereits einen Durchführungsauftrag von einem indischen Verband erhalten haben. Angelehnt an unsere Leitmesse Chillventa werden wir ebenfalls in 2010 die Fachmesse ACREX im Kälte-Klima-Segment durchführen.
Sollten sich diese und die bereits bestehende BioFach India weiterhin so positiv entwickeln, werden wir dem Aufsichtsrat der NürnbergMesse die Gründung einer weiteren Auslands-Tochtergesellschaft vorschlagen. Das wäre nach China, Nordamerika, Brasilien und Italien dann die Nummer fünf. Die positive Nachricht ist bereits heute: Unsere Tochtergesellschaften sind in Summe wirtschaftlich positiv und tragen, wie berichtet, zum Gewinn der NürnbergMesse Group bei.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
wie schon gesagt stehen wir mitten im stärksten Veranstaltungsjahr der NürnbergMesse. In Deutschland und weltweit. Gleichzeitig starten wir eine ganze Reihe neuer Projekte und weitere neue Projekte sollen im Laufe dieses Jahres folgen. Mit dem vorhandenen Personal ist dieser nächste Wachstumsschub nicht zu bewältigen. Der Aufsichtsrat der NürnbergMesse hat deshalb in seiner Sommersitzung grünes Licht für zusätzliches Personal gegeben. Nachbestzungen und neue Stellen zusammengerechnet ergibt sich ein aktueller Bedarf von 20 Personen. Außerdem werden wir im September 13 neue Auszubildende und Trainees begrüßen und damit die Ausbildungsquote am Standort Nürnberg bei über 12 Prozent halten.
Wie bei den Investitionen in unser Messe- und Kongresszentrum profitiert auch bei den Investitionen in zusätzliches Personal vor allem unser Heimatstandort. Faktisch alle Stellen, auch die für die internationalen Aktivitäten, entstehen hier in Nürnberg. Am Jahresende werden alles in allem über 360 Kolleginnen und Kollegen für den weiteren Erfolg und das weitere Wachstum der NürnbergMesse Group arbeiten. Während sich andere Messeplätze einen Einstellungsstopp verordnet haben oder sogar wie im Fall von Mailand und Köln deutlich Personal abbauen, wachsen wir weiter. Kann es einen positiveren Ausblick geben? Ich glaube nicht. Deshalb schließe ich hier und freue mich auf Ihre Fragen.
Vielen Dank!
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