Mehr Herzblut geht nicht

Andrea Kalrait, Veranstaltungsleiterin der BrauBeviale, jetzt auch ausgebildete Bier-Sommelière /// von 

Andrea Kalrait Andrea Kalrait, Foto: NürnbergMesse

Sie ist in der Getränke-Branche fest etabliert, mit vielen Brauern auf Du und Du und macht ihren Job mit größter Leidenschaft. Denn wenn es um das Thema Bier geht, ist sie mit Leib und Seele dabei – sowohl beruflich als auch privat. Andrea Kalrait ist seit 25 Jahren bei der NürnbergMesse GmbH und seit 2013 Veranstaltungsleiterin der BrauBeviale, eine der wichtigsten Investitionsgütermessen für die Getränkebranche. Ab sofort verantwortet sie zudem die Strategie für die internationalen Messen in wichtigen Wachstumsmärkten, die unter der Beviale Family zusammengefasst werden. Im Frühjahr 2017 hat sie noch einen oben drauf gesetzt und sich in einem zweiwöchigen Intensivkurs zur Bier-Sommelière ausbilden lassen. Wie sie dazu gekommen ist, inwieweit sich ihr Geschmack für Bier dadurch geändert hat und wie sie ihr neu erlangtes Wissen in das nächste Triple der BrauBeviale (2018/2019/2020) einfließen lassen möchte, hat sie uns in einem Interview verraten.Andrea Kalrait
   
  

1. Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich zur Bier-Sommelière ausbilden zu lassen?
Seit fast 22 Jahren betreue ich nun schon die BrauBeviale und habe mich beruflich dem Produkt Bier verschrieben. Da ich ein Genussmensch bin, war es nur eine Frage der Zeit, bis mich die Leidenschaft für Bier und die Begeisterung für seine Vielfalt auch privat gepackt hat. Schlüsselerlebnis war für mich ein Gespräch mit Dr. Wolfgang Stempfl, Geschäftsführer der Doemens Akademie, bei einer gemeinsamen Verkostung des Consumers‘ Favourite Awards – dem Publikumspreis des European Beer Star – auf der BrauBeviale vor sechs Jahren. Da wurde mir einiges über die Vielfalt von Bieren bewusst. In den vergangenen Jahren habe ich an vielen verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen, um mein Wissen zu erweitern. So bin ich bereits seit 2014 Mitglied im Verkostergremium des European Beer Star – eine sehr spannende und verantwortungsvolle Aufgabe. Die Ausbildung zur Bier-Sommelière war für mich der ideale Weg, meine bisherigen Kenntnisse mit fundiertem Wissen zu ergänzen und darüber hinaus die Arbeitsweise und Herausforderung von Brauern besser zu verstehen.
2. Können Sie die beiden Wochen, die Sie im Rahmen der Ausbildung in der Doemens Akademie und im BierKulturHaus verbracht haben, kurz beschreiben? Wie sahen sie praktisch aus?
Andrea Kalrait
Es waren zwei sehr intensive Wochen, die von morgens bis abends vollgepackt waren mit fachlichen Themen. Gerade „Nicht-Brauer“ müssen alle Kurselemente von der Pike auf lernen – und unser Kurs war wohl der erste ohne bereits ausgebildete Brauer im Teilnehmerkreis. Dabei geht es inhaltlich richtig in die Tiefen des Brauprozesses. Ich habe erfahren, welche chemischen Reaktionen dabei ablaufen, was die Aufgabe von Hopfen und Hefe ist sowie Aufbau, Bedeutung und Hygiene der Schankanlage kennengelernt. Die erste Woche bei Doemens in Gräfelfing war vor allem durch Theorie und Historie geprägt und wir haben uns mit der Herkunft und Entwicklung diverser Bierstile beschäftigt. In der zweiten Woche im BierKulturHaus in Obertrum haben wir dann richtig mit angepackt und unser eigenes Bier gebraut: ein Oatmeal Stout. In Obertrum haben wir außerdem das Thema Verkostungen behandelt und viel über das Zusammenspiel von Bier mit Käse oder Schokolade gelernt sowie was es beim Kochen mit Bier zu beachten gibt. Als Teil der Abschlussprüfung haben wir eine eigene Bierkarte entwickelt. Es waren also zwei sehr abwechslungsreiche Wochen.
3. Hat sich Ihr Biergeschmack in den beiden Wochen verändert? Gibt es Biere, die Sie vor Ihrer Ausbildung eher verschmäht, jetzt aber lieben gelernt haben?
Andrea Kalrait
Meine Bierbegeisterung hat sich vor der Ausbildung eher auf die außergewöhnlichen Biere (Sour Biere, Fassgereifte Biere etc.) konzentriert. Nun habe ich auch ein echtes Faible für die „klassischen“ deutschen Bierstile (Helles, Märzen, Pils etc.) entwickelt. Letztlich ist jedes Bier „außergewöhnlich“. Jeder Brauer legt seine ganze Leidenschaft in das Produkt und als Biersommelière ist es meine Aufgabe jedes Bier präsentieren zu können.
4. Was ist Ihr Lieblingsgericht und welches Bier würden Sie dazu trinken?
Im Moment finde ich es sehr spannend genau das herauszufinden! Es gibt unbeschreiblich viele Möglichkeiten das Zusammenspiel verschiedenster Varianten auszuprobieren. Jeder kann das selbst auch für sich ausprobieren – ein paar Käsesorten und dazu unterschiedliche Biere ausprobieren. Letztlich geht es vor allem um den Genuss.
5. Welches ist Ihr Lieblingsbier?
Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr festlegen. Es kommt immer auf den Rahmen, das persönliche Empfinden und vielleicht das begleitende Essen an. Aber die Welt der Sour Biere finde ich schon sehr spannend.
6. Wem würden Sie eine Ausbildung zum Bier- Sommelier oder zur Bier-Sommelière ans Herz legen und warum?
Eigentlich jedem, der sich dem Thema Bier auf eine professionelle Art nähern möchte. Egal, ob aktuell noch Laie, oder bereits im Thema: Das Verständnis für das Produkt Bier wird geschaffen oder vertieft. In meinem Kurs waren sowohl Bierenthusiasten vertreten, als auch Teilnehmer, die planen, eine eigene Brauerei zu eröffnen sowie sieben Mitarbeiter aus dem Handel.
7. Wie sehen Ihre künftigen Besuche im fränkischen Biergarten aus?
Andrea Kalrait
Wie vorher auch! Im Biergarten geht es für mich um den Moment, Spaß und Entspannung. Ein frisches Zwickl oder Kellerbier ist einfach gut. 
8. Und was ist der nächste Schritt? Werden Sie zukünftig auch Bier selbst brauen, oder bleiben Sie lieber beim Verkosten?
Sobald es die Zeit zulässt, ganz sicher! Und um zu entscheiden, welches Bier es werden soll, helfen die Verkostungen im Vorfeld in jedem Fall weiter.
Vielen Dank für das Gespräch!

Die nächste BrauBeviale findet vom 13. bis 15. November 2018 in Nürnberg statt. Das neu gewonnene Wissen und das damit verbundene Verständnis von Andrea Kalrait wird sicherlich an der einen oder anderen Stelle der BrauBeviale Einzug halten. International spielt vor allem das Thema Craft Beer für die NürnbergMesse eine wichtige Rolle. Im Mai findet die CRAFT BEER CHINA, Mitglied unserer Beviale Family, statt. Hier hat sie auch schon den ersten konkreten Auftrag: Zusammen mit dem Partner Doemens wird sie durch einen Abend zum Thema Bier und die passenden Speisen führen. Darüber hinaus war sie Anfang Mai Mitglied der Verkostungsjury beim Meininger Craft Beer Award. Im August wird sie wieder Teil der Verkostungsjury des European Beer Star sein.

NürnbergMesse: Internationale Kompetenz in der Getränkebranche
Die NürnbergMesse Group beweist ihre Kompetenz in Sachen Getränkewirtschaft auf internationalem Parkett. Neben der traditionsreichen Muttermesse BrauBeviale in Nürnberg (Deutschland), die das nächste Mal vom 13. bis 15. November 2018 mehr als 1.100 Aussteller und rund 38.000 Fachbesucher einlädt, veranstaltet sie weltweit unter dem Namen „Beviale Family“ Messen in wichtigen Wachstumsmärkten: Neben der CRAFT BEER CHINA, die vom 17. bis 19. Mai 2017 in Shanghai stattfindet, sind das die CRAFT BEER ITALY, die in Mailand vom 22. bis 23. November 2017 ihre Premiere feiert sowie die Beviale Moscow, die vom 27. Februar bis 1. März 2018 bereits zum dritten Mal ihre Tore öffnet. Die Feira Brasileira da Cerveja im brasilianischen Blumenau wird 2018 ebenfalls „supported by BrauBeviale“. Weitere Projekte sind in Planung.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*