ConSozial: „… und ich bin ein Teil“

Medienkünstler Wolf Nkole Helzle fotografiert im Rahmen eines Medienkunststücks Besucherinnen und Besucher auf der ConSozial. /// von 

Fotorecht: Wolf Nkole Helzle

Messen leben durch Menschen. Viele Menschen. Tausende, wenn nicht zehntausende am Tag. Was die Sache begünstigt: Es sind Menschen vom Fach. Sie alle eint die gleiche Ausrichtung, die gleiche Branchenzugehörigkeit. Zumindest bei den Fachmessen in Nürnberg ist das so. Man lernt sich schnell kennen, tauscht sich aus, versteht sich. Und natürlich: Es sind alles Menschen wie Du und ich, mit den gleichen Bedürfnissen und ähnlichen Wünschen.

Live-Performance auf der ConSozial: Medienkünstler Wolf Nkole Helzle. Fotorecht: Wolf Nkole Helzle

Die Gleichzeitigkeit der menschlichen Existenz als Individuum sowie die Zugehörigkeit in der Gemeinschaft und zur Menschheit ist das Leitthema des Medienkünstlers Wolf Nkole Helzle, weshalb er zur diesjährigen ConSozial eingeladen wurde. Nach dem Motto „Der Bäcker ist für die Brötchen da und Künstler für Bilder“, fotografiert Helzle die Besucherinnen und Besucher der Messe. Ermöglicht haben das Engagement die ConSozial-Aussteller Regens-Wagner-Stiftungen.

 

 

„ICH BIN WIR“

Wolf Nkole Helzle fotografierte Menschen auf vier Kontinenten, aller Altersklassen, und nun die Fach- und Führungskräfte der Sozialwirtschaft auf der ConSozial am 6. und 7. November 2019. Fotorecht: Wolf Nkole Helzle.

Die Aktion ist Teil seines Medienkunststücks mit dem Titel „… und ich bin ein Teil / „… and I am a part“, das Helzle auf der ganzen Welt umsetzt. Außer in Europa war er bereits in Asien, Amerika und Afrika unterwegs, um dort Menschen zu fotografieren. Mal stellt er 118 Menschen zu Buchstaben zusammen und fotografiert von großer Höhe aus den sich dadurch ergebenden Satz „ICH BIN WIR“, mal setzt er ein Morphing-Verfahren ein, wie auf der ConSozial. Hier geht es darum, Hunderte von Bildern zu einem einzigen Bild zusammenzuschmelzen. „Multiple Portraits“ nennt er das, was übereinandergeschichtet ein Bild ergibt.

Konturen verschwimmen: Medienkünstler Wolf Nkole Helzle legt Portraitfotos hunderter verschiedener Menschen übereinander, so dass ein „Multiples Portrait“ entsteht. Fotorecht: Wolf Nkole Helzle.

In diesem einen Bild fließen alle die vielen Portraits, die er zuvor angefertigt hatte, zusammen, hunderte, tausende Einzelfotos und am Ende: ein Bild. Spannend zu sehen ist, wenn der 1950 im Schwäbischen geborene Künstler die Portraitfotos hintereinander ablaufen lässt, dabei ganz sanft von einem ins nächste überblendet. Da sieht man ein paar Momente lang nur diesen einen Menschen; doch dann beginnen die Konturen zu verschwimmen, die Bezugspunkte Augen, Nase und Mund verändern sich, und kaum merklich, durch mehrere Zwischenstadien, erscheint das Abbild eines anderen Menschen. So wie das einzelne Gesicht beim fotografiert werden aus der Menge heraussticht, so wird es am Ende wieder Bestandteil des großen Ganzen. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man sagen:    Wolf Nkole Helzle ist ein Künstler, der eigens für das Medium Messe arbeitet. Vielleicht hat er aber auch nur verstanden, was die menschliche Existenz ausmacht. Und das wäre schon ganz schön viel. 

Über die ConSozial

Die ConSozial ist die KongressMesse für Fach- und Führungskräfte der Sozialwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Alljährlich im Herbst informieren sich rund 6.000 Fachbesucher*innen im Messezentrum Nürnberg an zwei Tagen über die neusten Entwicklungen und Trends der Sozialwirtschaft. Parallel findet der KITA-Kongress statt, der sich an Fach- und Führungskräfte von Kitas wendet. Die ConSozial wird vom Bayerischen

Sozialministerium veranstaltet. Partner sind die Rummelsberger Diakonie, die Caritas Bayern und die NürnbergMesse.

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