„Geht nicht, gibt’s nicht: Gemeinsam Grenzen verschieben“

In seinem Plenumsvortrag am 7. November 2019 im Messezentrum Nürnberg möchte Janis McDavid seinem Publikum zeigen, dass gemeinsam Vieles möglich ist – auch wenn die Hürden manchmal unüberwindlich erscheinen. /// von 

Janis McDavid hat in über 300 Vorträgen in rund 40 Ländern schon tausende Zuhörer begeistert. Fotorecht: Christina Pörsch

Janis McDavid ist unaufhaltsam. Der 27-Jährige wurde zwar ohne Arme und Beine geboren, lässt sich aber davon nicht stoppen. Auf der ganzen Welt begeistert er mit seinen Vorträgen und Büchern tausende Menschen. Was er sich in den Kopf setzt, zieht er durch.

Grenzen verschieben

Janis McDavid ist voller Tatendrang. Und das spürt man auch in seinen Vorträgen: Er ist authentisch,  voller Leidenschaft und versteht es, sein Publikum mitzureißen. Fotorecht: Caty Otto

Schon früh hat er Spaß daran, seine Grenzen zu erkennen – aber nur, um sie dann auch zu überwinden. Janis McDavid beschäftigt sich intensiv mit Grenzen, die selbstverständlich auch für ihn existieren, doch er arbeitet dann aktiv daran, sie zu verschieben. Die Höhenangst, die er als Kind hatte, ist deswegen längst Geschichte. Aktuell spielt er sogar mit dem Gedanken, es mal mit Paragliding oder einem Fallschirmsprung zu versuchen. Aber die nächste Herausforderung wartet bereits: Janis McDavid plant fest, einmal bei einem Motorradrennen mitzufahren. Und wenn es nur als Beifahrer ist.

 

Barrieren bewältigen

Grenzen und Barrieren sind auch die Schwerpunkte seiner Vorträge. Ihm geht es nicht darum, Barrieren zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen abzubauen, indem er seine Präsentationen darauf ausrichtet, was uns alle verbindet. Sein Ziel ist es, seinem Publikum dabei zu helfen, eigene innere Barrieren zu bewältigen. Ob Motivationsfragen oder Zweifelsspiralen – Janis McDavid bietet praxisnahe Lösungsmöglichkeiten aus eigener Erfahrung.

„Ich hatte immer eine wahnsinnige Neugierde, Dinge auszuprobieren. Ich finde es unheimlich spannend, Menschen und Situationen kennenzulernen und habe den Drang, etwas zu verändern. Und das geht nicht vom Sofa aus.“

Er sieht sich selbst nicht als Mensch mit Behinderung. Zwar gibt es durchaus Momente, in denen es für ihn erschwert wird, seinen Alltag so zu gestalten, wie er das möchte, aber er fühlt sich grundsätzlich an nichts gehindert. Mit der richtigen Planung und ein wenig Kreativität seien auch räumliche Barrieren leicht für ihn überwindbar. Eine größere Herausforderung sieht er darin, auf politischer Ebene etwas zu ändern. Verbesserungsmöglichkeiten sieht er vor allem im gegenseitigen Verständnis der verschiedenen Akteure: „Viele Menschen können sich nur schwer in die Lebensrealitäten anderer hineinversetzen, da hilft nur die Begegnung und der Austausch miteinander.

Neue Sichtweisen erschließen

Mit seinen Vortragsreisen auf der ganzen Welt leitet er bei seinen Zuhörern einen Perspektivenaustausch ein, der bei weitem nicht einseitig ist. Die unterschiedlichen Erfahrungen in verschiedensten Ländern – von Namibia über Peru bis nach Sri Lanka und Vietnam – haben auch bei Janis McDavid neue Sichtweisen erschlossen. Dazu gehört auch eine neu gewonnene Gelassenheit, wenn er bei seinen Reisen beispielsweise auf die landeigenen Definitionen von Pünktlichkeit stößt.

Dass er vor Ort oft Aufmerksamkeit erregt, wundert ihn nicht. „In Peru waren wir auf ziemlich absurde Art und Weise unterwegs. Ich war ja Rucksack-Tourist – heißt allerdings in dem Fall: Ich saß im Rucksack.“

Am 7. November hält Janis McDavid auf der ConSozial seinen Plenumsvortrag mit dem Titel „Geht nicht, gibt’s nicht – Gemeinsam Grenzen verschieben“ (9:45 – 10:15 Uhr, Raum Tokio, NCC Ost Messezentrum Nürnberg).

Von Reiner Klör und Franziska Schöning

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