Spielerisch werben – Wie die Botschaft wieder ankommt

„Werbung nervt nur noch“, sagt der Senior. „Stimmt, aber Nichts finanziert sich von Nichts. Werbung gehört dazu“, entgegnet der Junior. /// von 

CO-REACH 2015 Wie die Botschaft ankommt istockphoto.com/lukeruk

40 Jahre Altersunterschied trennen die beiden Meinungsvertreter, die mit ihren Vorträgen bei der diesjährigen CO-REACH für viel Gesprächsstoff sorgten. Der Ältere ist als Mr. Media bekannt und u.a. als Kolumnist für die Wirtschaftswoche und als Autor („Werbung nervt!“ und „Die Zielgruppe sind auch nur Menschen“) tätig. Er mischt seit 43 Jahren im Werbe-Business mit und geht nun mit der eignen Branche hart ins Gericht. Der Jüngere wurde, wie er selbst sagt, 2001 im Neuland Internet geboren. Lorenzo Tural Osorio ist Berater und tritt deutschlandweit als Speaker auf. Beide Meinungen zur Werbung machen deutlich, wie die Digitalisierung und soziale Mediennutzung unser Kommunikationsverständnis ändern.

Die Werbebotschaft kommt nicht mehr an

Thomas Koch nimmt diesen Wandel wahr. Früher haben Unternehmen über die Massenmedien ihre Botschaft verbreitet – mit Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, mit Spots im Radio und TV. Und die Menschen haben das als Teil des Spiels akzeptiert, mitunter fanden sie Werbung sogar richtig gut. Doch die Akzeptanz für Werbung hat sich geändert und die Botschaft muss neu verpackt werden. Die Werbebranche behauptet in der Lage zu sein mit Hilfe der Digitalisierung nur noch individuelle und passgenaue Werbung zu liefern. Nur ist davon kaum etwas zu merken und der Verbraucher reagiert mit Unerreichbarkeit.

Für Lorenzo Tural Osorio sind digitale Helferlein wie ein Smartphone völlig normal. Klar liest er Bücher und Nachrichten, aber eben nicht gedruckt. Viel zu umständlich für ihn, wenn man auf einem Gerät alles auf einmal hat. Und Werbung funktioniert bei der jungen Generation, den „Digitale Natives“. Der Zuhörer bemerkt es spätestens, als der 13-Jährige während seines Vortrags begeistert Konzepte für ein Interface auf der Haut oder den Versand von Geruchsnachrichten vorstellt. Werbung wie diese YouTube-Videos funktionieren offenbar dann, wenn der Spieltrieb im Menschen angesprochen wird oder eben seine Neugierde. Dann begreift man, dass LorenzoTural Osorio Stellvertreter für eine Generation ist, für die es selbstverständlich ist, dass ein (Werbe-)versprechen auch eins sein sollte. Und das die Nutzung von neuen Technologien nicht umsonst sein kann. Nichts finanziert sich von Nichts.

Jung und alt wollen doch nur mitspielen

So gehört Werbung zum Spiel und auch in Zukunft müssen Unternehmen mit ihrem Angebot Gehör finden und Märkte für sich schaffen. Nur wir hält man die Balance zwischen all den Kommunikationsmöglichkeiten und Werbeformen, die die Digitalisierung und die sozialen Medien mit sich gebracht haben? „Dialog wünschen sich die Menschen mit den Unternehmen.“, sagt Thomas Koch. „Ja, Pop-Up-Werbung nervt“, ergänzt nun auch Lorenzo Tural Osorio. Und wünscht sich den Dialog auf Augenhöhe – aktuell mit den Lehrern in seiner Schule und als junger Verbraucher auch von Unternehmen. Schließlich kann man auch von der Generation Google noch was lernen insbesondere was digitale Welten anbelangt.

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*