„You can’t Email a handshake“

Wie die Digitalisierung Messepräsenzen verändert. Ein Interview mit Branchenexpertin Uta Goretzky. /// von 

Chillventa Über Touchscreens erhalten Messebesucher zusätzliche Informationen oder einen Blick in das Innenleben der Produkte. Foto: NürnbergMesse

Uta Goretzky, Geschäftsführerin der International Federation of Exhibition and Event Services (IFES), sieht in der Digitalisierung eine große Chance – insbesondere für Messen. In Holtmann, ein Partner der NürnbergMesse Group, sieht sie einen Vorreiter bei der Integration von digitalen Kommunikationsmöglichkeiten im Messestandbau.

Uta Goretzky

Uta Goretzky, Geschäftsführerin International Federation of Exhibition and Event Services (IFES). Foto: Claudia Rothenberger

Wie hat die Digitalisierung das Erscheinungsbild von Messeauftritten und die Anforderungen/Erwartungen von Ausstellern an einen modernen Standbau verändert?
Die Digitalisierung kann dem Messeauftritt eines Unternehmens eine wesentlich neue Qualität geben, ersetzen kann sie den Messeauftritt allerdings nicht. Marken und Produkte können aber über Mixed Reality-Anwendungen durchaus eine neue Erfahrungs- und Informationsqualität auf dem Messestand bieten, die sogar zunehmend stärker von dem Besucher erwartet, fast schon gefordert wird. Das geht von dem ‚Röntgen‘-Blick in das Innere einer Maschine via OLED-Bildschirm, um Details zu zeigen, bis zu selbst steuerbaren und damit erlebbaren Produktanwendungen über das Instrument der ‚Virtuellen Realität‘, das ganz nah an die tatsächliche Wirklichkeit führt.
Ist die Digitalisierung und der Einsatz moderner Technik Gefahr oder Chance für Unternehmen wie Holtmann?
Das ist eine der großen Chancen, die Holtmann nach meiner Beobachtung auch schon seit einigen Jahren gut nutzt. Die Integration der neuen Medien gehört dort mittlerweile zum Standard. Es geht schon länger nicht mehr nur darum, nur ein zielgruppenspezifisches Design für eine Messepräsenz zu entwickeln und umzusetzen. Immer wichtiger wird es, die Kunden so zu beraten, dass deren Botschaft, und nicht nur deren Corporate Design, im Zentrum der jeweiligen Messe-Präsenz steht. Und dazu gehört natürlich die Integration der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten. Für mich war es konsequent, dass bei Holtmann dafür sogar eine eigene Abteilung gegründet wurde.

Chillventa

Holtman zeigt eindrucksvoll, wie ein Messeauftritt um digitale Inhalte ergänzt werden kann. Foto: NürnbergMesse

Wie sieht ein innovativer Messeauftritt heute aus? Welche Innovationen setzt Holtmann bereits ein (z.B. auf der EuroShop)?
Beeindruckend war, wie das Thema der Virtuellen Realität von Holtmann auf der EuroShop erlebbar präsentiert wurde. Im international besetzten ‚Global Village‘ des IFES zeigte Holtmann den Besuchern, wie sich Messestände via VR schon, bevor sie umgesetzt sind, begehen lassen, um so deren Qualität und Wirkung besser einschätzen und gegebenenfalls neu justieren zu können. Dazu passte die überraschende aber dank ‚Virtueller Realität‘ jetzt richtige Aussage: „Vorher ist man schlauer, nicht mehr hinterher“. Das dann VR noch weiter für die jeweiligen Kundenbedürfnisse einsetzbar ist, wurde auf dem Stand mit seinen Referenzbeispielen schnell klar.
Welche Trends zeichnen sich für die nächsten Jahre ab? Wo ist Holtmann Vorreiter?
Bei Trendvorhersagen ist man tatsächlich erst hinterher schlauer. Aber es ist unschwer zu erkennen, dass die Digitalisierung unumkehrbar ist und dem Messeauftritt eine neue Dimension gibt. Holtmann hat unserer Branche in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Impulse gegeben, als einer der Erfinder des modernen Messebaus nach 1945, als Entwickler neuer Konstruktionsmöglichkeiten und jetzt aktuell im Einsatz von Mixed Reality-Anwendungen. Dies sind bei Holtmann state of the art, was Qualität und Vernunft in der Anwendung angeht. Was trotz aller Digitalisierung bleiben wird, ist das reale Treffen auf den realen Messeplätzen der Welt. Deswegen hat mit der Aktionsclaim von Holtmann in unserem ‚Global Village‘ auch gut gefallen: „You can’t Email a handshake“, Tradition ist manchmal eben auch Avantgarde.
Vielen Dank für das Interview, Frau Goretzky.

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