Ingenieure beim Schaufensterbummel

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Beitrag NM fair.mag Ingenieure SPS Messe Nürnberg
  • Menschen, die sich treffen: weil Digitalisierung und Industrie 4.0 alle angeht
  • Maschinen, die sich vernetzen: wenn der Daten-Austausch Sinn ergibt
  • Roboter, die zuarbeiten: wenn die Fertigung Hand in Hand geht

Jetzt vor Weihnachten kann man sehen, was Schaufenster zu zeigen vermögen, am prächtigsten sicherlich bei den großen Kaufhäusern wie Macy´s in New York oder Harrods in London. Ein prachtvolles Schaufenster zur Welt der Automatisierung war dieses Jahr die SPS IPC Drives, die kurz vor dem Beginn der Adventszeit in der NürnbergMesse stattfand. Und was für eines! XXL ist gar kein Ausdruck für diese internationale Leitmesse der elektrischen Automatisierung mit einer Ausstellungsfläche von 130.000 Quadratmetern, veranstaltet von der Mesago Messe Frankfurt GmbH. Alleine der Stand von Siemens verfügte über 4.600 Quadratmeter. Ach was, „Stand“: eine ganze Halle war es, komplett umgebaut und durchgestaltet. Eine eigene Siemens-Welt in Weiß und Türkis, mit weiten Treppenaufgängen, eigens geschaffenen Räumen, Bühnen und Galerien. Insgesamt präsentierten sich 1.675 Aussteller, bei denen sich exakt 70.264 Fachbesucher informierten – ein Besucherplus von über 10 Prozent.    

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Und über allem stand jene Frage: wie kann industrielle Automation den Herausforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden bzw. davon profitieren?

Lebensbezug – Praxisnutzen

Der Anlass ist so drängend wie nachvollziehbar. Denn wer erinnert sich nicht an die endlose Lernerei fürs Abi, wahlweise Bio, Mathe oder sonst ein Faktenfach. Manches verstanden, vieles behalten. Aber: Wie war der Zusammenhang nochmal? Informationen, zur Wiedergabe gespeichert, aber meist ohne den wirklichen Lebensbezug. So geht es vielen Unternehmen mit den Daten, die ihre Maschinen mittels Sensoren und elektronischen Netzwerken sammeln: Eine immer größer werdende Datenflut, von der es gilt, sie für sinnvolle Informationen und Entscheidungen zu nutzen. Wer dazu in der Lage ist, profitiert von Big Data, Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge. Dazu gehört auch, wie mittels neuer Software neue und alte Maschinen mit dem Internet der Dinge verbunden werden können, was unter andere Bosch Rexroth zeigt.

Mitsubishi Electric zeigte im Rahmen eines exemplarischen Fertigungsabschnitts einer Industrie-4.0-Umgebung erstmals einen kollaborativen Roboter, der ohne Schutzabsperrung mit einem Bediener zusammenarbeitet und dabei so stark ist wie ein herkömmlicher Industrieroboter. Diese sind zwar schnell und kräftig, müssen aber aus Sicherheitsgründen oft in Zellen und hinter Schutzzäunen eingesperrt werden. Beim kollaborativen Roboter kann darauf verzichtet werden, er arbeitet Menschen unmittelbar zu und ist an beliebiger Stelle in der Fertigung einsetzbar.

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Das WLAN der Maschinensteuerung

So weit, so nachvollziehbar. Bei manchen anderen Themen auf der Messe gilt wie bei vielen anderen Fachthemen auch: es reicht, wenn man es nicht versteht. Zumindest nicht auf Anhieb. Aber sicher sein kann, dass diejenigen, die es verstehen sollen, genau wissen, worum es geht. Und da sind. Das waren Ingenieure der Elektrotechnik, Programmierer, IT-Spezialisten. Die wissen, dass sich hinter „SPS“ ein Wortungetüm namens „speicherprogrammierbare Steuerung“ verbirgt. Ein Gerät, das zur Steuerung oder Regelung einer Maschine oder Anlage eingesetzt wird – und zwar digital, quasi als WLAN der der Maschinensteuerung.

Und wenn dann mit schöner Regelmäßigkeit vor Weihnachten dieses Branchentreffen der elektrischen Automatisierung stattgefunden hat, mit allem was dazu gehört und mit allen, die dazu gehören – 2017 mehr denn je! – dann können sich die Ingenieure und Programmierer und IT-Spezialisten ganz dem nahenden Fest widmen. Beim Schaufensterbummel waren sie ja schon. 

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