Keine Freiheit ohne Sicherheit

Interview mit Dieter Kempf /// von 

NM fair.mag Keine Freiheit ohne Sicherheit Foto: istockphot.com/Adventure_Photo

Freiheit und Sicherheit – zwei Prinzipien, über die derzeit umfangreich diskutiert wird. Im World Wide Web sind es zentrale Leitmotive, die eng miteinander zusammenhängen. Besonders deutlich wird dies bei der it-sa, der Pflichtveranstaltung zum Thema „IT-Sicherheit“. Dieter Kempf, bezieht in seiner ehemaligen Position als BITKOM-Präsident und Vorsitzender Vorstands der DATEV eG klar Stellung mit Blick auf die Themen „Freiheit“ und „Sicherheit“:

Frage 1
Herr Prof. Kempf, als Verband der digitalen Wirtschaft ist BITKOM der ideelle Träger der it-sa – welche Aufgaben übernimmt der Verband im Rahmen der Messe?
Prof. Kempf: Als wichtigster Digitalverband Deutschlands bringt BITKOM das gebündelte Fachwissen in die Veranstaltung ein – sei es bei der Planung und Vorbereitung oder während der Messe selbst. Zentraler Anlaufpunkt auf der it-sa ist der von der BITKOM organisierte Gemeinschaftsstand. Der BITKOM-Präsident übernimmt außerdem die offizielle Eröffnung – eine großartige Chance. Wann sonst hat man die ungeteilte Aufmerksamkeit aller maßgeblichen Entscheider aus der IT-Sicherheitsbranche?

Prof. Dieter Kempf

Prof. Dieter Kempf, ehemaliger BITKOM-Präsident und Vorsitzender des Vorstands DATEV eG

 

Frage 2
Das Thema „IT-Sicherheit“ ist den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt. Welche Bedeutung hat in diesem Rahmen die it-sa in Deutschland und darüber hinaus?
Prof. Kempf: Die it-sa hat einen weiten Weg zurückgelegt – vom „Spin-off“ der früheren Münchner „Systems“ zu dem Branchentreff für IT-Sicherheit schlechthin. Nirgendwo sonst kann man innerhalb kürzester Zeit so viel Security-Know-how sammeln und vermitteln. Das macht die it-sa schon jetzt zu einer der zentralen Veranstaltungen zum Thema „IT-Sicherheit“ weltweit. Ich sehe keinen Grund, warum wir sie nicht zu der wichtigsten machen können. Daraufhin sollten wir unsere künftige Kooperation ausrichten.

Frage 3
Einen Schritt in Richtung wachsender internationaler Bedeutung der Veranstaltung machte die NürnbergMesse 2014 mit der Premiere der it-sa Brasil. Wird sich das Thema IT-Sicherheit zukünftig weiter internationalisieren? Und wie wichtig sind dabei internationale Kooperationen, etwa zwischen Brasilien und Deutschland?
Prof. Kempf: IT-Sicherheit ist per se ein internationales Thema. Nur durch länderübergreifende Kooperationen können wir tragfähige Lösungen erarbeiten, die die digitale Welt sicherer gestalten. Dabei ist natürlich die europäische Ebene für die deutsche IT-Wirtschaft besonders wichtig. Aber auch die Zusammenarbeit mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie der brasilianischen ist sehr sinnvoll. Der Erfolg der it-sa Brasil zeigt, dass man das dort ähnlich sieht.

Frage 4
Sicherheit und Freiheit hängen bei vielen Themen eng zusammen. Wie steht Freiheit Ihrer Meinung nach mit der it-sa und dem Thema IT-Sicherheit in Verbindung?
Prof. Kempf: Traditionell wird ja gern ein Zielkonflikt zwischen Freiheit und Sicherheit konstruiert. Mehr vom einen bedeute automatisch weniger vom anderen. Tatsächlich wird umgekehrt ein Schuh daraus. Freiheit – auch und gerade in der digitalen Welt – gibt es nicht ohne ausreichende Sicherheit.

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