“What a wonderful world“: Klaviermusik zum Messeschluss

Interview mit dem Messe-Pianisten Christian Jung  /// von 

Klavierspieler Christian Jung Christian Jung - der Mann am Flügel während einer Messe/ Foto: NürnbergMesse

Man hört ihn sobald man den Messe-Eingangsbereich betritt, auch wenn man ihn meist nicht gleich sieht. Den Mann am Flügel. Seit über sechs Jahren sorgt Christian Jung, Pianist und Sänger, für eine besondere Wohlfühlatmosphäre auf vielen NürnbergMesse-Veranstaltungen. Wir trafen ihn auf der BIOFACH, seiner persönlichen Lieblingsmesse, und haben ihn in einer Pause interviewt.

Herr Jung, seit wann spielen Sie heute schon? Spüren Sie bereits Ihre Finger?
Ich habe um neun Uhr angefangen und spiele bis heute Abend um 18 Uhr, also bis die BIOFACH die Tore schließt. Allerdings nicht durchgehend. Nach etwa eineinhalb Stunden am Stück brauche ich eine kleine Pause. Ein ganzer Tag am Klavier – das ist körperlich sehr anstrengend. Es sind gar nicht so sehr die Finger, die müde werden. Mit der richtigen Handhaltung ist das kein Problem. Was nach einer gewissen Zeit schmerzt, ist der Rücken.

Der Messeservice des Pianisten wird von Gästen und Ausstellern geschätzt

B
Wie reagieren die Messebesucher auf Ihr Klavierspiel?

„Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.“ E.T.A. Hoffmann

Sehr positiv. Ich bekomme viel Wertschätzung vom Publikum, vor allem bei der BIOFACH. Viele Besucher bleiben stehen und hören aufmerksam zu, manche äußern Musikwünsche oder bedanken sich bei mir. Ein Mexikaner hat mir zum Beispiel mal auf einer Messe eine Flasche selbst gebrauten Tequila geschenkt. Es gibt Besucher oder Aussteller, die jedes Jahr bei mir vorbei kommen. Über die Jahre haben sich so schon nette Bekanntschaften entwickelt. Manche Besucher kaufen auch meine CDs und nehmen sie als Messemitbringsel mit in ihre Heimatländer, zum Beispiel nach Sri Lanka oder Indien.

Wann haben Sie angefangen, Klavier zu lernen?

Klavierspieler auf Veranstaltungen

Foto: NürnbergMesse

Ich war neun als meine Eltern mich zur Klavierstunde schickten. Erst wollte ich gar nicht hin. Aber mein Lehrer, der auch ein ausgezeichneter Trompeter war, hat mir sehr schnell die Freude an der Musik vermittelt. Und heute lebe ich von der Musik. Ich spiele als Solist, aber auch in verschiedenen Bands, zum Beispiel seit über zwanzig Jahren bei „Alligators of Swing“ oder „Miss Fizz“. Und ich singe und komponiere auch selbst. Mein neuestes Projekt, auf das ich sehr stolz bin, heißt „chris-b-music“. Hier spiele ich eigene Stücke, die vom Blues inspiriert sind.

Wie viele Stunden am Tag üben Sie?
Vor großen Konzerten übe ich zwei bis drei Stunden am Tag. Sonst so viel die Zeit erlaubt. Da ich mich quasi selbst manage, beansprucht einen Großteil des Tages die Organisation von Auftritten und Konzerten.

Das Repertoire des Profi-Musikers ist auf das Messepublikum zugeschnitten

Klavierspieler auf Veranstaltungen in Nürnberg

Foto: NürnbergMesse

Wie stellen Sie Ihr Repertoire zusammen, wenn Sie für eine Messe gebucht werden?
Bei der Auswahl der Lieder, die ich auf Messen spiele, achte ich darauf, dass es eingängige oder bekannte Melodien sind, die die Messebesucher auf leichte Art unterhalten. Sie dürfen nicht zu fetzig und auch nicht zu einschläfernd sein. Und die Stücke müssen mir persönlich gefallen. „Just the way you are” zum Beispiel, “La vie en rose” oder “Fly me to the moon“. Ich spiele gerne Jazz-Standards und improvisiere auch viel. Ansonsten sind bei Messeauftritten viele Pop-Songs dabei oder Evergreens aus den zwanziger Jahren, aber auch Bossa Nova, Blues-Stücke oder Filmmelodien.

Wie viele Notenblätter haben Sie in Ihrer Tasche?
Inzwischen umfasst mein Repertoire so um die 300 Stücke, die meisten davon spiele ich auswendig. Im Laufe der Jahre hat sich bei Messeauftritten so ein kleines persönliches Ritual entwickelt. Das erste und das letzte Lied sind immer gleich, egal bei welcher Messe ich spiele. Ich beginne immer mit „Misty“, das ist so eine Art Türöffner und schließe am Ende des Messetages mit „What a wonderful world“.

Der Pianist Christian Jung im Portrait

Der Profimusiker lebt und arbeitet in und um Fürth. Seit Jahren tritt er immer wieder bei Messen und Events der NürnbergMesse auf und spielt aus seinem großen Repertoire aus Barmusik, Blues, Jass und mehr.

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