Wie entsteht ein BMW?

Ein Blick hinter die Kulissen eines der größten Automobilbauer /// von 

Autostadt Dingolfing. BMW-Werk 2.40. Hier werden die großen Baureihen der 5er, 6er und seit 1. Juli auch der neue 7er BMW produziert, die leichteste Luxuslimousine der Welt. Jede Minute rollt ein fertiger PKW vom Band. 1.600 Automobile am Tag. Bei einer Werkstour erleben Besucher live mit, wie aus 20.000 Einzelteilen ein Auto gebaut wird. Schritt für Schritt.

Ausgestattet mit Schutzbrillen und neongelben Warnwesten steuert die Besuchergruppe zuerst das Presswerk an. Aus Stahl- und Aluminiumblechrollen werden Karosserieteile für das Dingolfinger Werk und das weltweite Produktionsnetz gefertigt. Vom Tankdeckel bis zum Seitenrahmen – über 40 Pressanlagen mit einer tonnenschweren Presskraft produzieren diese Bauteile.

Wie entsteht ein BMW?

Fotos: BMW Group

Es geht weiter zum Karosseriebau. Die Atmosphäre in der Halle ähnelt einem Science-Fiction-Film. Roboter dominieren, Menschen sind in der Unterzahl. Rund 2000 Industrieroboter schwingen ihre Arme und schweißen, kleben oder nieten die im Presswerk produzierten Blechteile zu einer Rohkarosserie zusammen. Faszinierend und erschreckend zugleich.

Nächster Stop ist die Lackiererei, in der die Rohkarosserien Farbe und Glanz erhalten. Nacheinander werden in den Lackierstraßen fünf verschiedene Schichten des Lacks aufgetragen. Sie sind etwa zehnmal so dick wie ein menschliches Haar und schützen die Karosserie vor Korrosion und Umwelteinflüssen. Wer sich einen neuen BMW kauft, kann aus mehr als 300 Serien- und Sonderfarben wählen. Trotz der großen Auswahl sind 80 Prozent der BMWs schwarz, weiß oder silber, und das weltweit. Übrigens werden hier auch die Rohkarosserien für die Rolls Royce-Phantom- Modelle in einer exklusiven Kleinserie gefertigt, rund 1000 pro Jahr, Stückpreis etwa 400.000 Euro.

Wie entsteht ein BMW?

Fotos: BMW Group

Das Herzstück des Werks ist die Montage. Hier werden die lackierten Karosserien mit der vom Kunden gewünschten Ausstattung zum fertigen Premiumfahrzeug montiert. Ein grünes Kästchen auf jeder Motorhaube – ein Transponder – enthält alle Information über die individuellen Kundenwünsche. Männer und erstaunlich viele Frauen in Blaumännern mit BMW-Logo an der Brust statten die Karosserie am Montageband mit Innenleben aus. Teppich, Verkleidung, Cockpit, Sitze, … Jeder Handgriff sitzt. Die Front- und Heckscheiben werden von einem Roboter verklebt. Die Türen montiert. Ist der Innenraum fertig, geht es zur „Hochzeit“. So nennen Automobilbauer es, wenn die fertige Karosserie und das Fahrgestell vereint werden.

Wie entsteht ein BMW?

Fotos: BMW Group

Bevor das fertige Auto das Werk verlässt, wird es von Mitarbeitern und mit Hilfe modernster Mess- und Prüfsysteme kontrolliert. Jedes Fahrzeug muss den Test auf der Kurzprüfstrecke anstandslos bestehen, ehe es an den Kunden übergeben wird.

Wer Lust hat, selbst mal eine Werkstour zu machen, findet Infos unter bmw-besuchen.de

P.S. In jedem BMW, Mini oder Rolls Royce steckt eine Vielzahl an Bauteilen aus Druckguss wie zum Beispiel Kurbelgehäuse, Motorblöcke oder Hinterachsträger. Auf der letzten EUROGUSS, Fachmesse für Druckguss, wurde die BMW-eigene Leichtmetallgießerei gleich zweimal beim Internationalen Aluminium-Druckgusswettbewerb für besonders innovative Produkte ausgezeichnet. Auch in der Gießerei sind Werkstouren möglich.

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