Sandra Bullock im Nürnberger Untergrund

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NM fair.mag Beitrag über das Cinecitta Kino in Nürnberg Die enormen Dimensionen von Deutschlands größtem Multiplexkino liegen in der Tiefe. Die über der Erde gelegenen Gebäude fügen sich geschmeidig in die Landschaft am Fluss ein. Foto: Cinecittá

Filme sind die Trucks auf der Datenautobahn. Wer Filme streamt, setzt voll auf die Leistungsfähigkeit digitaler Kanäle: Bei hoher Auflösung rauschen pro Stunde schon mal drei GigaByte Daten durch die Leitung. Wer braucht da noch Kino? Alle diejenigen, die beim Filmeschauen richtige „Big Screens“ und spektakulären Sound schätzen. Alles natürlich voll digital. Und in Nürnberg voller Superlative.

Die Gefahr schleicht sich von hinten an. Oder von rechts? Kreischen, klirren, wispern, krachen: die Geräusche kommen von überall, die Einschläge näher. Wer´s nicht kennt, dreht sich um, macht sich bereit zu Flucht oder Angriff. Doch es ist nur Kino! Der Soundcheck, bevor es losgeht. Oder genauer: Das Werbespektakel der Dolby Laboratories. Was den Kindern der 80er das Dolby-System im Kassettenlaufwerk war, ist dem Filmliebhaber von heute die Atmos-Anlage im Kinosaal. Allein die digitalen Verstärker sind so groß wie drei XXL-Kühlschränke. „Es ist wohl das mächtigste Dolby-Atmos-System der Welt“, sagt Benjamin Dauhrer, der technische Leiter des Cinecittá, Deutschlands flächenmäßig größten Multiplexkino.

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Sandra Bullock spricht astreines fränkisch: „America´s Sweetheart“ wuchs in Nürnberg auf. Fotograf: Evan Agostini

Viele Filme laufen hier auch im Original. So wie „Ocean´s 8“. Wer diese Version anschaut, hört sofort: Sandra Bullock spricht deutsch. Gleich mehrmals. Bislang hat man sie selten in ihrer Muttersprache reden hören. Und schon gar nicht auf der großen Leinwand. Wer in der diesen Sommer gestarteten Gaunerkomödie genau hinhört, kann sogar den fränkischen Zungenschlag heraushören, zumindest rollt sie das „R“, wie es die Nürnberger tun. In der bayerischen Großstadt verbrachte Sandra Bullock ihre gesamte Kindheit, nämlich 12 Jahre, und damit die  prägendsten im Leben.

Die Star-Schauspielerin findet anscheinend zunehmend Gefallen daran, sich zu ihren deutschen Wurzeln zu bekennen, was daran liegen mag, dass sie nun selbst Kinder hat – das Lieblingswort ihres 4-jährigen Sohnes ist „Gummibärchen“, wie Bullock jüngst in einem Interview verriet. Und dass sie viel Deutsch mit ihm spricht.

Nürnberg setzt Kinomaßstäbe

In ihrer Nürnberger Kindheit selbst war Sandra nie im Kino gewesen. Das kann daran liegen, dass ihre Mutter Opersängerin war und sie daher eher ins Stadttheater ging, wie die Staatsoper damals noch hieß, oder aber daran, dass Nürnbergs große Kino-Ära noch bevorstand. Kino-Hauptstadt ist Nürnberg seit 1995. Der Grund: das direkt an Nürnbergs Altstadt grenzende Multiplexkino Cinecittá.

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Cinecittá-Gründer Wolfram Weber hat Nürnberg nicht nur zur Kinohauptstadt gemacht, sondern auch enorm in die Vorführtechnik investiert. Der Saal des volldigitalen Cinemagnum liegt in 32 Meter Tiefe. Foto: Nürnberger Nachrichten / Foto: Stefan Hippel

Mit ihm setzte der Nürnberger Kinounternehmer Wolfram Weber Maßstäbe – und zwar weltweit. Nicht nur, dass das Cinecittá von Beginn an das besucherstärkste Kino Deutschlands war und die Lust der Nürnberger aufs Kino deutlich steigerte – es führte eine ganz neue Form des Kinoerlebnisses ein.

Das Cinecittá ähnelt einem Eisberg. Über der Oberfläche einige dezent in die architektonische Landschaft am Fluss eingebettete Gebäude, mit teils begrünten Dachterrassen – der weitaus größte Teil liegt im Untergrund. Insgesamt sind das zwei Drittel der Baumasse, nämlich 77.000 Kubikmeter umbauter Raum, 20.000 Kubikmeter Beton und 2.000 Kubikmeter Stahl, dazu eine komplizierte Verankerung im Untergrund unter der  Oberfläche. Nur so konnte der Riesenbau innerhalb der historischen Nürnberger Altstadt realisiert werden, wo man weder beliebig in die Fläche, noch in die Höhe bauen kann.

Die riesigen Abmessungen macht Dauhrer an dem unmittelbar benachbarten ehemaligen Gewerbemuseum fest, einem mächtigen, schlossartigen Bau mit vier Flügeln. Ringsum liegen 22 Kinosäle in einer Tiefe von bis 32 Metern, der Größte mit einem Raumvolumen von rund 20.000 Kubikmetern. „Mindestens zwei 500 Besucher fassende Säle würden da schon reinpassen“, sagt Dauhrer.

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Das Cinemagnum mit Europas größter 3-D-Leinwand. Nürnberger Nachrichten / Foto: Stefan Hippel

Die Krönung dieses CINEMAGNUM-Saals ist seine 600 Quadratmeter große big screen – Europas größte 3-D-Leinwand. Auf moderne Technik setzen Wolfram Weber und Benjamin Dauhrer von Beginn an. Dauhrer: „Schon 2007 waren wir als erstes und flächenmäßig größtes deutsches Multiplexkino voll digitalisiert und damit der Spitzenreiter der Branche.“

 

 

Veranstaltungsportfolio zur Digitalisierung

Im Dezember 2018 findet erstmals der Digital-Gipfel der Bundesregierung im NürnbergConvention Center statt (3. und 4. Dezember 2018). Mit einem ausgeprägten Messeportfolio zum Thema „Digitalisierung“ hat sich die NürnbergMesse als Austragungsort empfohlen. Dazu gehören die Weltleitmesse embedded world und die gemessen an den Ausstellern weltweit größte Messe für Cyber-Security, it-sa, die it-sa India, die im Mai dieses Jahres ihre Premiere hatte, die Net.Law.S – Konferenz für Recht, Gesellschaft und Industrie in der digitalen Welt sowie die neue Medizintechnikmesse MedtecLIVE (21.-23. Mai 2019), welche sich unter anderem mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen beschäftigt. Im NürnbergConvention Center finden zudem jedes Jahr große Kongresse und andere Gastveranstaltungen statt, die sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen. Hierzu zählen die größte unabhängige Softwareentwickler-Konferenz in Europa, Developer Week und die DOAG Konferenz + Ausstellung ebenso wie die SCHEMA Conference (IT-Redaktionssysteme) sowie als Premiere dieses Jahr im NürnbergConvention Center die SIGOS Conference, genauer: „Conference for Telco & Digital Experience“.

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