Was esse ich heute – Streetfood als alternative Ernährungsidee

Vom Fast Food zu Fast Good - Hat die aufstrebende Street Food Bewegung das Zeug dazu, die mobile Gesellschaft gut zu ernähren? /// von 

NM fair.mag Streetfood - Frisch, schnell und abwechslungsreich Frisch, schnell und abwechslungsreich - Essen aus dem Foodtruck, Foto: istockphoto.com/RyanJLane

Foodtrucks und Streetfoodmärkte – in nur wenigen Jahren haben sich diese Kulinarik-Events im Freien zu einem wahren Boom entwickelt. Anbieter und Veranstalter schießen europaweit wie Pilze aus dem Boden und bedienen zwei große Trends unserer Zeit: Die mobile Gesellschaft und deren Wunsch nach gesunder, wohlschmeckender Nahrung. Noch mag man Burger, Hot-Dogs und Burritos, die beispielsweise bei den Foodtruck RoundUps in der Metropolregion Nürnberg aus den Luken der Foodtrucks gereicht werden, eher mit Fast als mit Good Food in Verbindung bringen. Doch vielleicht ist die amerikanische Interpretation von Streetfood, die hierzulande aufgenommen wurde, erst der Anfang.

Die Abwendung von der Küche ist glücklicherweise kein Zeichen dafür, dass die Menschen nicht gut essen wollen. Eher ist sie der Flexibilität geschuldet, die wir uns heutzutage abverlangen. Das belegte Brötchen wird beim Backwaren-Anbieter am Bahnhof gekauft, in der Mittagspause taugt auch mal der bequeme Tüten-Salatmix aus dem Supermarkt. Doch so richtig zufrieden ist man zugegebenermaßen am Ende nicht. Was wohl alles drin war und wo kamen die Zutaten her? Ein Ausweg aus dem Dilemma? Als Working-Parent zurück in die Küche, damit die Familie weiß, was drin ist!?

Alltagsversorger Streetfood – in Asien schon längst Wirklichkeit

Mal ernsthaft. Streetfood ist keine us-amerikanische Erfindung. Ihre Alltagshochburgen lassen sich wohl eher in Asien, Lateinamerika oder dem Mittleren Osten wiederfinden, je nach dem wie man Streetfood für sich interpretiert. In mitteleuropäischen Nürnberg würde das wohl auch auf eine Breze (ja Breze, nicht Brezel) zutreffen, die hier generationen- und kulturenübergreifend auf dem Weg zu Arbeit oder in die Schule verspeist wird. In Ländern wie Thailand, China und Mexiko werden Nahrungsmittel seit Jahrhunderten auf den Straßen gebrutzelt, gebacken, geröstet, gebacken und feil geboten.

Wikipedia lässt einen wissen, dass sich einer FAO-Studie aus dem Jahre 2007 zufolge 2,5 Milliarden Menschen von Streetfood ernähren. In Bangkok versorgen angeblich pro Tag 20.000 Straßensnack-Anbieter die 8-Millionen-Einwohner-Metropole mit geschätzt 40 Prozent des Lebensmittelbedarfs. Für die ghanaische Hauptstadt Accra allein geht die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen von 60.000 Streetfood-Anbietern aus. In Brasilien und Mexiko schätzt die FAO, dass 1 Millionen Menschen direkt in das Angebot von Street Food involviert sind, in Indien sollen es sogar 3 Millionen sein. Was hier hipper Trend ist, gehört dort zum Alltag.

Aber der Blick auf traditionelle Streetfood-Märkte könnten u.a. bei der im November stattfindenden Street Food Convention in Nürnberg, die Diskussion um die Frage anstoßen, wie sich der mobile Mensch im in Europa zukünftig ernährt. Mit der weltweiten Streetfood-Bewegung bekommen anderen Ernährungs- und Versorgungskonzepte wie Urban Gardening, Regionalität, Saisonalität, Solidarische Landwirtschaft  und natürlich die Bio-Landwirtschaft eine ganz neue Wendung. Die Frage, die alle miteinander beantworten könnten wäre: Instantsuppe aus der Fabrik oder frisch zubereiteter Eintopf aus dem Foodtruck mit regional bezogenen Zutaten vom Öko-Stadtbauern?

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*