Auf nach China!

Knapp 600 mittelfränkische Unternehmen sind in China aktiv, 40 Prozent davon mit dauerhaften Engagements. Wegbereiter nach Asien ist auch die NürnbergMesse China. /// von 

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10 Jahre NuernbergMesse China

Leoni fertigt seit 1993 auch in China. Foto: NürnbergMesse/Boxler

Weit mehr als 200 mittelfränkische Unternehmen haben mit Vertretungen, Niederlassungen, Produktionsstätten oder Joint-Ventures ein fixes Band nach Fernost geknüpft. Sie sind mitverantwortlich dafür, dass das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und China 2015 bei knapp 163 Milliarden Euro lag und die Volksrepublik wichtigster Handelspartner in Asien für die Bundesrepublik ist. In der Außenhandelsstatistik belegt China Rang eins bei den Importen nach Deutschland und Rang fünf unter den Zielländern deutscher Exporte. Seit nunmehr zehn Jahren hat die NürnbergMesse eine Tochtergesellschaft in Shanghai. Diese sorgt dafür, dass auch Firmen aus der Metropolregion als Aussteller oder Fachbesucher in China maßgeschneiderte Messebesuche erleben. Gleichzeitig unterstützt sie chinesische Unternehmen bei deren Auftritt bei einer von vielen Veranstaltungen auf dem Messegelände Nürnberg.

Erfolgreich in China

Zwei der in China erfolgreichen Unternehmen, die das Messeportfolio der NürnbergMesse nutzen, um ihre Produkte vor einem internationalen Publikum in Nürnberg und Shanghai zu präsentieren sind Leoni und die Barth-Haas Group. Als weltweit größter Anbieter von Hopfenprodukten ist die Barth-Haas Group auf allen Kontinenten aktiv. In Peking unterhält sie seit vielen Jahren eine Niederlassung, über die sie den chinesischen Markt erschließt. Das Unternehmen profitiert dabei auch von den neuen Biertrends, die auf der CRAFT BEER CHINA gezeigt werden. Als Aussteller ist Barth-Haas auf der BrauBeviale in Nürnberg aktiv.

Was macht China für den führenden Hopfenproduzenten so interessant?

Stephan J. Barth

Stephan J. Barth, Geschäftsführer Barth-Haas Group

Geschäftsführer Stephan J. Barth: „China ist natürlich vor allem durch seine Größe interessant. Speziell für den Hopfen gilt aber, dass sich China in den letzten zehn Jahren zu einem wichtigen Exportmarkt für deutsche, aber auch amerikanische Hopfen entwickelt. Wir beobachten, dass chinesische Brauer vermehrt auf das Premiumsegment im Biergeschäft setzen. Dafür brauchen sie qualitativ hochwertige Rohstoffe, die die einheimische Hopfenproduktion zurzeit nicht bieten kann. China gehört inzwischen zu den fünf größten Exportnationen für deutsche Hopfen.“

„China ist natürlich vor allem durch seine Größe interessant.“

Leoni ist ein echtes Nürnberger Urgestein: Vor hundert Jahren gegründet ist das Unternehmen heute europaweit führend bei Drähten, optischen Fasern und Kabelsystemen und damit ein wichtiger Zulieferer für die Automobilbranche. Rund um den Globus beschäftigt das Unternehmen 80.000 Mitarbeiter – seit 1993 auch in China, wo es mehrere Fertigungsstätten unterhält. Mit Ausnahme Deutschlands, ist der Umsatz von Leoni in keinem anderen Land der Welt so hoch wie in China. Die Kunden aus diesem riesigen Markt trifft Leoni auf der SAECCE in Shanghai. Die Messe mit Kongress wird von der NürnbergMesse China organisiert und versammelt den gesamten Automotive-Bereich.

China ist der Markt für E-Mobilität: 2016 wurden dort über 500.000 Elektroautos verkauft.

Welche Bedeutung hat der chinesische Markt für Leoni?

Christian Zürnstein

Christian Zürnstein ist verantwortlich für das Asiengeschäft bei Leoni.

Christian Zürnstein, verantwortlich für das Asiengeschäft bei Leoni: „Die Region Asien ist der Automobilmarkt mit dem größten Wachstumspotenzial für Leoni – mit über 24 Millionen produzierter Fahrzeuge im Jahr ist China Dreh- und Angelpunkt unserer regionalen Aktivitäten. Vor allem hier bieten wachsender Wohlstand und die zunehmende Urbanisierung gute Absatzchancen für die Fahrzeugindustrie. Noch immer ist die Motorisierungsquote im Vergleich zu Europa oder Nordamerika vergleichsweise niedrig. Erst im letzten Jahr haben wir die Mehrheit an einem chinesischen Bordnetzhersteller erworben, um künftig vermehrt die lokalen Autohersteller beliefern zu können. Darüber hinaus bietet das Land interessante Möglichkeiten auch in anderen Industriebereichen wie Medizintechnik, Telekommunikation oder Solartechnik.“

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