Flexibilität im Kopf und auf dem Gelände
Das Team an Technikern und Servicepartnern der NürnbergMesse nahm die Herausforderung Kirchentag voll an: „Da zeigte sich der Wille, Dinge anzugehen, sich auf Neues einzulassen, über alle hierarchischen Ebenen hinweg und zu jedem Zeitpunkt“, sagt Janine Rolfsmeyer, Vorstand Organisation beim Kirchentag, „das zeugt von Flexibilität im Kopf und auf dem Gelände“. Schnelles Handeln und Umorganisieren in einer Ausnahmesituation war schon am ersten Tag wegen eines Sturms mit Starkregen und Hagel notwendig. „Da bewährte sich das Konzept der kurzen Wege auf unserem Messegelände“, sagt Marcus Körnbach, seit 16 Jahren Veranstaltungstechniker bei der NürnbergMesse. „Die Unwetterwarnung und die schnelle Sicherung der Besucher haben perfekt funktioniert - und selbst der Rasen im Messepark war an den folgenden Tagen wieder problemlos begehbar.“
Planung in unterschiedlichen Szenarien
Jan Gerrit Ebener, zuständiger Bereichsleiter für Gastveranstaltungen und Kongresse, weiß: „Flexibilität ist das A und O, sonst kann man in der Veranstaltungsbranche nicht bestehen.“ Das bedeutet, bei Unvorhergesehenem rasch reagieren, auf allen Kanälen klar kommunizieren und unter Druck Lösungen finden. Dazu gehört auch Durchhaltevermögen wie bei der Anbahnung der Akquisition des Kirchentags. „Die ersten Kontakte mit dem Veranstalter fanden bereits 2016/2017 statt, intensivere Gespräche gab es dann beim Kirchentag 2019 in Dortmund“, schildert Ebener. Die Anforderungen des Großevents waren Flexibilität, in unterschiedlichen Szenarien planen zu können. Der Messemanager erinnert sich: „Insgesamt gab es rund ein Dutzend Aktualisierungen unseres Angebotes. Dabei war die Zusammenarbeit jederzeit geprägt von Partnerschaft und Handeln auf Augenhöhe.“
Nachhaltige NürnbergMesse
Die Stadt Nürnberg bekam schließlich den Zuschlag für die Durchführung des 38. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2023 - zum zweiten Mal nach 1979. Entscheidend dafür waren auch nachhaltige Gesichtspunkte. Der Deutsche Evangelische Kirchentag war 2007 die erste Großveranstaltung, die sich über das europäische Eco-Management and Auditing Scheme (EMAS) zertifizieren ließ. Die NürnbergMesse sammelte in dieser Hinsicht Pluspunkte unter anderem mit ihrer guten Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, ihrer Erfahrung mit anderen Fachmessen zum Thema Nachhaltigkeit, etwa der BIOFACH, sowie der Möglichkeit, Fahrradkuriere und Lastenfahrräder auf dem Gelände einzusetzen.
„Wir mussten nicht neu anfangen“, erklärt Janine Rolfsmeyer, „sondern konnten vom Know-how der NürnbergMesse profitieren.“ Orientiert an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (17 SDG) ist die NürnbergMesse in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Beeindruckt war das Organisationsteam des Kirchentags vom Lüftungs- und Klimatisierungskonzept in den Hallen, dem nachhaltigem Energiemanagement, das 100 Prozent Öko-Strom verwendet und auch ökologisch gereinigt wird. Für ihr langjähriges Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ist die internationale Messegesellschaft erst jüngst für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 nominiert worden.