Drei Jahrzehnte lang engagiert sich Sonia Prashar schon für internationale Handelsbeziehungen und machte seit 2013 als Geschäftsführerin die NürnbergMesse India zum Big Player unter den Ausstellungsorganisationen auf dem Subkontinent. Das Abkommen mit der EU bedeutet für sie einen vorläufigen Höhepunkt. Sie war eng in den wirtschaftlichen Austausch eingebunden – als eine von vielen Akteurinnen und Akteuren, die diesen Prozess über Jahre hinweg mitgestaltet haben. Im Interview streicht sie dessen Bedeutung hervor.
Frau Prashar, Sie zeigten sich über den Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien hocherfreut und sprachen von einem „sehnlichst erwarteten Tag“. Herzlichen Glückwunsch! Wie sehen Sie das jetzt mit etwas Abstand?
Das Gefühl der Erfüllung und der Optimismus sind nach wie vor stark. Nach fast zwei Jahrzehnten der Verhandlungen markiert der Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien einen wahrhaft historischen Meilenstein in unseren bilateralen Beziehungen. Es sendet ein starkes Signal der strategischen Ausrichtung und des gegenseitigen Vertrauens in einem sich schnell verändernden globalen Umfeld.
Allerdings hat sich das Gespräch nun natürlich von der Feierlichkeit zur Umsetzung verlagert. Unternehmen stellen praktische Fragen: Wann tritt das Abkommen in Kraft, wie werden die Zolltarife schrittweise eingeführt und worauf sollten sich Unternehmen zuerst vorbereiten? Der wahre Wert des Freihandelsabkommens liegt nicht nur im Abschluss der Verhandlungen, sondern auch darin, wie effektiv es in operative Klarheit und Vorhersehbarkeit vor Ort umgesetzt wird.
In der heutigen unsicheren Welt ist ein regelbasierter und rechtlich verankerter Rahmen für Handel und Investitionen an sich schon ein strategischer Vorteil. Das Freihandelsabkommen bietet diese Sicherheit, und das ist von enormem Wert.



