Im Jahr 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen (299.000) als Gasheizungen (276.000) verkauft. Der Markt zieht an, trotz aller Diskussionen über das Gebäudeenergiegesetz in Deutschland, setzt sich die Technologie durch. Heizungshersteller setzen mittlerweile auf die Wärmepumpe als Standardtechnologie für dezentrales Heizen.
Mit industriellen Wärmepumpen entsteht ein neuer, wichtiger Markt. Europäischen Programme wie „Fit for 55“, europäische und nationale Fördermechanismen sowie die schrittweise Verschärfung der CO₂-Bepreisung unterstützen die Entwicklung und die Dekarbonisierung rückt industrielle Prozesse zunehmend in den Fokus.
„Während sich die Energiewende lange auf die Stromerzeugung konzentriert hat, rückt heute die industrielle Prozesswärme in den Fokus – einer der größten, bislang unterschätzten CO2-Hebel der Industrie“, sagt Josef Grassauer, einer der Speaker auf dem Heat Pump Summit. Seine Firma GIG Karasek realisiert derzeit beim weltgrößten Chemieunternehmen BASF am Standort Ludwigshafen eines der ambitioniertesten Projekte zur Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme in Europa.
CO2-neutral: Abwärme wird zu Dampf
Die Hochleistungs-Wärmepumpenlösung CompriVAP wandelt bisher ungenutzte industrielle Abwärme mithilfe elektrischer Energie in hochwertigen Prozessdampf um. Bei Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen lässt sich so eine nahezu CO2-freie Dampferzeugung realisieren. Der Ansatz ermöglicht einen hochgradig zirkulären Energiekreislauf, der den Bedarf an fossilen Brennstoffen deutlich reduziert und in Teilen sogar ersetzt.
Mit einer thermischen Leistung von 50 MW erzeugt die Anlage bis zu 500.000 Tonnen Dampf pro Jahr und kann rund 100.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen.
„Das Projekt ermöglicht eine deutliche Senkung des Primärenergieverbrauchs bei BASF und dient gleichzeitig als international skalierbares Referenzmodell für die industrielle Transformation hin zu klimafreundlicher Prozesswärme.“


