• 07.04.2026

Neumarkter Lammsbräu: Verantwortung über Generationen hinweg

Kundengeschichten – wo Begegnung Zukunft schafft: Messen sind mehr als Orte, an denen Produkte gezeigt werden. Sie sind Momente der Begegnung. Hier entstehen Gespräche, die Ideen in Bewegung setzen, Partnerschaften, die wachsen, und Perspektiven, die bleiben. In der Serie „Kundengeschichten“ erzählen Aussteller, warum die NürnbergMesse für sie genau dieser Ort ist – jede Messe mit ihrem eigenen Schwerpunkt, jede Geschichte mit ihrem eigenen Blick.

Geschrieben von Stefan Jablonka

Mann mit kurzen blonden Haaren im grünen Anzug und weißem T Shirt steht vor einem Messestand mit der Aufschrift "Neumarkter Lammsbräu".

Ein Unternehmen zu führen, das auf eine fast 400-jährige Geschichte zurückblickt, ist für Johannes Ehrnsperger weit mehr als eine Managementaufgabe. Es ist eine Verantwortung, die Ehrfurcht verlangt. Der 35-Jährige ist Inhaber der Neumarkter Lammsbräu in siebter Generation und leitet das Unternehmen seit 2018. Die lange Geschichte des Familienbetriebs ist für ihn dabei kein Selbstzweck, sondern Verpflichtung: Jede Generation habe Neumarkter Lammsbräu geprägt und zugleich mit Weitblick an die nächste weitergereicht. Der Blick zurück ist für ihn deshalb immer auch ein Blick nach vorn: Wie lassen sich Tradition, Qualität und Zukunftsfähigkeit miteinander verbinden?

Eine „enkeltaugliche Welt“ als Leitbild

Der Anspruch des Familienunternehmens ist klar formuliert. Neumarkter Lammsbräu verfolgt das Leitbild einer „enkeltauglichen Welt“ – einer Zukunft, die auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Für Johannes Ehrnsperger ist dieser Gedanke eng mit seiner Verantwortung verbunden, den Betrieb in einem Zustand weiterzugeben, der langfristig Bestand hat.

Familienunternehmen, so seine Überzeugung, denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. „Wir sind Halter des Staffelstabs auf Zeit“, so Ehrnsperger. Entscheidend sei, den Betrieb mindestens so gut weiterzugeben, wie man ihn übernommen hat – ökologisch, wirtschaftlich und kulturell. „Man hat sich sein Unternehmen nur von seinen Nachfahren geliehen und muss es an sie zurückgeben.“ Enkeltauglichkeit bedeute deshalb nicht nur Umwelt- und Ressourcenschutz, sondern auch wirtschaftliche Stabilität, gelebte Werte und die Freiheit für die nächste Generation, ihren eigenen Weg zu finden. 

Mann mit kurzen blonden Haaren und beigem Hemd hält in der linken Hand ein gefülltes Bierglas und in der rechten Hand eine Bierflasche mit der Aufschrift "Neumarkter Lammsbräu".
Neumarkter Lammsbräu steht für unternehmerische Verantwortung mit langfristiger Perspektive über Generationen hinweg.

Die BIOFACH als Ort des gemeinsamen Handelns

Genau einen solchen Ort sieht Ehrnsperger in der BIOFACH. Für Neumarkter Lammsbräu ist sie ein zentraler Treffpunkt der Bio-Branche – weit mehr als eine reine Produktmesse. „Die BIOFACH ist die Plattform für die Bio-Branche schlechthin”, erzählt er. Hersteller, Händler, Verarbeiter, Verbände und weitere Akteurinnen und Akteure kommen hier zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen, neue Perspektiven zu entwickeln und gemeinsam Zukunftsthemen voranzubringen. Die Messe ist dabei ein Ort, an dem zentrale Branchenthemen sichtbar werden, zur Diskussion stehen und neue Impulse erhalten.  

Dabei gehe es längst nicht mehr nur um klassische Geschäftsabschlüsse, so Ehrnsperger: „Netzwerken steht im Mittelpunkt, Trends stehen im Mittelpunkt.“  Die Herausforderungen der Bio-Branche – und darüber hinaus der gesamten Gesellschaft – ließen sich aus Sicht von Ehrnsperger nur gemeinsam meistern. Die BIOFACH bietet dafür den passenden Rahmen: als Plattform für Dialog, Orientierung und gegenseitige Inspiration.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Diese Haltung spiegelt sich für Ehrnsperger auch in der Zusammenarbeit mit der NürnbergMesse wider. Er beschreibt sie nicht als klassische Aussteller-Veranstalter-Beziehung, sondern als partnerschaftlichen Austausch auf Augenhöhe. „Wir haben immer sehr große Wertschätzung von der NürnbergMesse erlebt”, erzählt er. Die Messe suche aktiv das Gespräch, frage nach Einschätzungen und Zukunftsthemen und binde diese in die Weiterentwicklung der BIOFACH ein.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Besuch der Geschäftsführung der NürnbergMesse in der Neumarkter Lammsbräu-Brauerei in Neumarkt. Dort ging es in einem offenen Austausch um Nachhaltigkeit, Werte und die Zukunft der BIOFACH – ein deutliches Signal dafür, dass die Messe ihre Aussteller nicht nur als Teilnehmer versteht, sondern ihre Perspektiven ernst nimmt und aktiv integriert. 

Mann mit kurzen blonden Haaren im grünen Sakko und weißen T-Shirt spricht mit Gästen auf der BIOFACH.
Die BIOFACH ist für Neumarkter Lammsbräu eine zentrale Plattform für Austausch und gemeinsames Arbeiten an Zukunftsthemen.

Der Weg in die Bio-Bewegung

Ende der 1970er-Jahre stand Franz Ehrnsperger, der Vater von Johannes, vor der Frage, wie sich eine kleine regionale Brauerei zukunftsfähig in die nächste Generation führen lässt. Die Antwort war ebenso einfach wie konsequent: besseres Bier durch bessere Rohstoffe. Dieser Anspruch führte Lammsbräu früh in die Bio-Bewegung – lange bevor Bio zum Trend wurde. Für Johannes Ehrnsperger hat die Branche bis heute ein feines Gespür für relevante Entwicklungen und Themen bewahrt.

Treffpunkt einer verantwortungsvollen Branche

Nachhaltigkeit ist für Neumarkter Lammsbräu dabei kein Schlagwort, sondern gelebte Verantwortung. Die BIOFACH ist für Ehrnsperger deshalb bereits seit vielen Jahren der ideale Treffpunkt einer Branche, die gemeinsam an Antworten auf zentrale Zukunftsfragen arbeitet – als „Plattform für eine zukunftsfähige Land- und Lebensmittelwirtschaft“. 

Mann mit kurzen blonden Haaren im beigen Hemd entnimmt Bier aus Kupferkessel.
Nachhaltigkeit bedeutet für Neumarkter Lammsbräu, den Betrieb zukunftsfähig und verantwortungsvoll weiterzuführen.

Autor

Portrait von Stefan Jablonka
Stefan Jablonka