Ein Unternehmen zu führen, das auf eine fast 400-jährige Geschichte zurückblickt, ist für Johannes Ehrnsperger weit mehr als eine Managementaufgabe. Es ist eine Verantwortung, die Ehrfurcht verlangt. Der 35-Jährige ist Inhaber der Neumarkter Lammsbräu in siebter Generation und leitet das Unternehmen seit 2018. Die lange Geschichte des Familienbetriebs ist für ihn dabei kein Selbstzweck, sondern Verpflichtung: Jede Generation habe Neumarkter Lammsbräu geprägt und zugleich mit Weitblick an die nächste weitergereicht. Der Blick zurück ist für ihn deshalb immer auch ein Blick nach vorn: Wie lassen sich Tradition, Qualität und Zukunftsfähigkeit miteinander verbinden?
Eine „enkeltaugliche Welt“ als Leitbild
Der Anspruch des Familienunternehmens ist klar formuliert. Neumarkter Lammsbräu verfolgt das Leitbild einer „enkeltauglichen Welt“ – einer Zukunft, die auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Für Johannes Ehrnsperger ist dieser Gedanke eng mit seiner Verantwortung verbunden, den Betrieb in einem Zustand weiterzugeben, der langfristig Bestand hat.
Familienunternehmen, so seine Überzeugung, denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. „Wir sind Halter des Staffelstabs auf Zeit“, so Ehrnsperger. Entscheidend sei, den Betrieb mindestens so gut weiterzugeben, wie man ihn übernommen hat – ökologisch, wirtschaftlich und kulturell. „Man hat sich sein Unternehmen nur von seinen Nachfahren geliehen und muss es an sie zurückgeben.“ Enkeltauglichkeit bedeute deshalb nicht nur Umwelt- und Ressourcenschutz, sondern auch wirtschaftliche Stabilität, gelebte Werte und die Freiheit für die nächste Generation, ihren eigenen Weg zu finden.




