• 07.05.2026

Ein Messestand, der bleibt: dennree seit 25 Jahren auf der BIOFACH

Seit 25 Jahren ist der Messestand von dennree fester Bestandteil der BIOFACH in Nürnberg. Er steht für Kontinuität, bewussten Messebau und nachhaltige Nutzung über viele Messezyklen hinweg. Die Geschichte des Standes zeigt, wie langfristiges Denken im Messeauftritt praktisch umgesetzt werden kann.

Geschrieben von Stefan Jablonka

Weitblick von oben über dennree Stand mit Holzstruktur, Sitzinseln und Gesprächen.

Wer auf der BIOFACH unterwegs ist, kennt ihn: den Stand von dennree in Halle 7. Für viele Besucherinnen und Besucher ist er mehr als nur ein Ausstellerbereich – er ist Orientierungspunkt und feste Anlaufstelle zugleich. Als der Stand in einem Jahr anders ausgerichtet war, zeigte sich, wie sehr sich Gewohnheiten eingeschrieben haben: Plötzlich fiel es vielen schwer, sich in der Halle zurechtzufinden.

Dass ein Messestand eine solche Wirkung entfaltet, ist ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher ist jedoch, dass ein und derselbe Stand seit rund 25 Jahren immer wieder aufgebaut, weiterentwickelt und genutzt wird.

Kontinuität statt Neubau

In einer Branche, in der Messestände häufig nur für wenige Tage konzipiert und anschließend entsorgt werden, verfolgt dennree einen anderen Ansatz. Der Bio-Großhändler und Betreiber von denn’s Biomärkten setzt auf einen langlebigen, modular aufgebauten Messestand – und damit bewusst auf Kontinuität. „Nachhaltigkeit spielt bei unseren Messeauftritten eine wichtige Rolle, allerdings nicht als Trend, sondern als selbstverständlicher Teil unseres unternehmerischen Handelns“, erklärt Lukas Nossol, Leitung Unternehmenskommunikation bei dennree. Das Konzept entstand dabei weniger aus strategischen Überlegungen als aus einem klaren Selbstverständnis heraus: „Uns war ein Messestand wichtig, der langfristig nutzbar ist und aus hochwertigen, langlebigen Materialien besteht.“

Gemeinsam gewachsen

Seit der ersten BIOFACH 1999 ist dennree auf Messe in Nürnberg vertreten. Seither hat sich nicht nur die Veranstaltung zur weltweiten Leitmesse der Bio-Branche entwickelt – auch der Messeauftritt des Unternehmens ist gewachsen. Während früher die Gewinnung neuer Kundinnen und Kunden im Vordergrund stand, liegt der Fokus heute auf der Pflege bestehender Beziehungen. „Die BIOFACH ist für uns eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Sie bietet die Gelegenheit, in kurzer Zeit mit vielen Personengruppen in Austausch zu treten“, sagt Nossol.

Ein Stand als System

Heute umfasst der Stand – je nach Jahr – zwischen 216 und 280 Quadratmetern. Seine Basis bildet eine robuste, modulare Holzkonstruktion. Sie ermöglicht es, den Aufbau flexibel anzupassen, zu erweitern oder zu verändern, ohne das Grundkonzept infrage zu stellen. Besonders ist dabei nicht nur das Material, sondern auch die Umsetzung: Aufbau, Abbau, Transport und Lagerung organisiert dennree weitgehend in Eigenleistung. „Die Organisation unseres Messestandes ist über die Jahre zu einem eingespielten Prozess geworden, der federführend von unserem Haustechnik-Team sowie den Kolleginnen und Kollegen aus Lager und Fuhrpark begleitet wird. Sie kennen jeden Handgriff und sind meist deutlich früher fertig als andere Teams“, so Nossol. Nach der Messe wird der Stand in einer firmeneigenen Lagerhalle eingelagert – bereit für den nächsten Einsatz.

Kaffeetheke mit Espressomaschine, Bedienung und Gesprächssituationen am dennree Stand.
Der Messestand dient dennree seit Jahren als Begegnungsort für Austausch und Pflege von Beziehungen.

Weiterentwicklung statt Austausch

Über die Jahre hat sich der Stand immer wieder verändert. In den Anfangsjahren war er zeitweise sogar zweistöckig und diente unter anderem als Kulisse für eine Modenschau. Später wurden einzelne Elemente angepasst: Die Beleuchtung wurde modernisiert, die Kaffeetheke neu organisiert, um den wachsenden Besucherandrang besser zu bewältigen.
Gleichzeitig bleiben zentrale Bestandteile erhalten: Möbel, Strukturen und Grundelemente sind seit vielen Jahren im Einsatz. Der Stand wird kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt – nicht neu erfunden.

Nachhaltigkeit, die sichtbar wird

Wie viele Ressourcen durch dieses Konzept eingespart wurden, lässt sich laut Unternehmen nicht seriös beziffern. Der Vergleich liegt jedoch nahe: „Andere Aussteller haben im gleichen Zeitraum 25 Messestände neu gebaut und wieder entsorgt“, berichtet Lukas Nossol.

Nachhaltigkeit zeigt sich damit nicht nur im Prinzip der Wiederverwendung, sondern auch im Detail: modulare Teppiche, die einzeln ausgetauscht werden können, langlebige Materialien und reduzierte Transportwege durch eigene Logistik.

Großer dennree Messestand aus Holz mit Logo, Sitzbereichen und vielen Besuchenden.
Ein langlebiger Messestand schafft Orientierung und steht für gelebte Kontinuität auf der BIOFACH.

Gestaltung ohne Kurzlebigkeit

Dass der Stand dennoch zeitgemäß wirkt, ist kein Zufall. Statt auf schnelllebige Trends setzt dennree bewusst auf eine zeitlose Gestaltung. Holz als nachwachsender Rohstoff prägt das Erscheinungsbild – ein Material, das heute wieder stärker gefragt ist als noch vor einigen Jahren. 

Offene Strukturen, natürliche Raumtrenner wie Pflanzen und der bewusste Verzicht auf kurzlebige Gestaltungselemente schaffen eine Atmosphäre, die viele Besucherinnen und Besucher als einladend und angenehm wahrnehmen. Der Stand wird häufig als „Wohlfühlort“ beschrieben – ein Platz, an dem man gerne ins Gespräch findet. „Für uns ist der Messestand eine Begegnungsstätte, an der wir unseren Partnerinnen und Partnern eine Heimat bieten", so Nossol.

Ein Gegenmodell mit Signalwirkung

Der Blick auf den Stand von dennree wirft auch eine grundsätzliche Frage auf: Wie nachhaltig kann Messebau sein? Noch immer werden viele Stände als temporäre Konstruktionen gedacht, die nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Dennree zeigt, dass es auch anders geht – mit modularen Systemen, langlebigen Materialien und dem bewussten Verzicht auf kurzlebige Trends. Das Unternehmen sieht sich in seiner Haltung bestätigt und zieht eine positive Bilanz: „Unsere Kontinuität wird geschätzt, ohne dabei verstaubt wahrgenommen zu werden“, stellt Lukas Nossol zufrieden fest. Und das seit einem Vierteljahrhundert.     

Autor

Portrait von Stefan Jablonka
Stefan Jablonka