• 14.05.2026

Zwischen Pflanzen und Begegnungen: Das Kräuterfest bei noris inklusion

Ein Fest als Begegnungsort. Das Kräuterfest bei noris inklusion ist mehr als der Start in die Gartensaison, es steht vor allem für Austausch und Begegnung. Hier kommen Menschen ins Gespräch, lernen die Arbeit vor Ort kennen und erleben, wie Offenheit, Wertschätzung und gemeinsames Tun einen Ort prägen können.

Geschrieben von Johanna Köhler

Besuchende stehen am Verkaufswagen von "Tante 2 Go" und sitzen davor unter Sonnenschirmen auf Gründfläche.

Warme Frühlingssonne, Kinderlachen und geselliges Treiben auf dem Gelände der Natur‑Erlebnis‑Gärtnerei, dazu Gespräche, Musik und der Duft vom Grill. Beim Kräuterfest von noris inklusion wurde der Start in die Gartensaison gefeiert und zugleich ein Ort geöffnet, an dem Begegnung ganz selbstverständlich entsteht. Tausende Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, über das Gelände zu schlendern, Pflanzen zu entdecken, an Mitmachaktionen teilzunehmen oder einfach zu verweilen.

Für noris inklusion sind solche offenen Feste mehr als ein klassischer Veranstaltungstag. „Hier ist Zeit und Raum für die Stadtgesellschaft, die Arbeit der noris inklusion und die Menschen dahinter kennenzulernen“, sagt Wiebke Goldhammer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Die Beschäftigten mit Beeinträchtigung sind an diesem Tag Gastgeberinnen und Gastgeber. In ihrem vertrauten Umfeld können sie ihre Kompetenzen zeigen und kommen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Oft seien auch Menschen dabei, die noris inklusion zuvor noch nicht kannten. „Meist werden sie von Freunden oder Familie darauf aufmerksam gemacht“, so Goldhammer.

Arbeitsort und Begegnungsraum

Die Natur‑Erlebnis‑Gärtnerei ist dabei bewusst Arbeitsort und Begegnungsraum zugleich. „Viele Menschen haben im Alltag nur wenige Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung, weil strukturelle Barrieren ihre Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt nach wie vor erschweren“, erklärt Goldhammer. In der Gärtnerei zeige sich, dass Zusammenarbeit funktioniert – mit professionellem Anspruch und klarer Dienstleistungsorientierung.

Diese Offenheit prägt auch die Atmosphäre beim Kräuterfest. Trotz des großen Andrangs bleibt der Umgang miteinander ruhig und freundlich. „Wertschätzung und gegenseitiger Respekt stehen bei uns im Vordergrund“, sagt Goldhammer. Viele Besucherinnen und Besucher spiegeln genau das zurück: Sie nehmen die Ruhe, die Freundlichkeit und den respektvollen Umgang miteinander wahr. 

Band spielt auf Bühne und Kinder tanzen dazu vor der Bühne.
Gemeinsame Erlebnisse schaffen Momente der Begegnung und stärken den Austausch.

Kleine Momente, die bleiben

Wie sich das konkret anfühlt, beschreibt Laura Klassen, Mitarbeiterin im Kräuterhaus von noris inklusion. Am Kräuterfest ist für sie vieles anders als sonst: Statt Pflanzen zurückzuschneiden, betreut sie Kinder beim Malen und Tattoo‑Aufkleben. „Das ist abwechslungsreich“, sagt sie – und freut sich über das schöne Wetter und die vielen Gäste.

Auch Richie Norng, Küchenhelfer bei noris inklusion und erster Vorsitzender des Werkstattrats, erlebt das Fest als etwas Besonderes. Vor allem die vielen Mitmachstationen kommen gut an: Hämmern, Dosenwerfen, Kegeln – und ein Rollstuhlparcours. „Da können sich die Leute besser vorstellen, wie das ist, wenn man zum Beispiel nicht mehr laufen kann“, sagt er. Wichtig sei der freundliche Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern: erklären, zeigen, ins Gespräch kommen. „Wenn man offen auf die Menschen zugeht, dann kommen sie auch öfter zu uns.“

Mehr als ein Festtag

Ein einzelnes Fest kann strukturelle Herausforderungen nicht lösen. Aber es kann Perspektiven verändern. „Vielleicht ändern manche Besucherinnen und Besucher ihren Blick auf die Rechte von Menschen mit Behinderung und auf die Bedeutung von Teilhabe“, sagt Goldhammer. Oft werde das Erlebte weitergetragen – im Freundes‑ oder Kollegenkreis, manchmal auch in Unternehmen, die danach den Kontakt suchen oder sich engagieren möchten. Auch Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit entstehe so immer wieder. 

Kinder laufen barfuß über Steine im Gartenbereich, Erwachsene begleiten sie.
Das Kräuterfest bei noris inklusion zeigt, wie Begegnung Teilhabe stärkt und Perspektiven verändern kann.

Damit solche offenen Formate gelingen, braucht es starke Netzwerke. Verlässliche Partnerschaften mit regionalen Akteuren spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie helfen, Austausch zu ermöglichen und unterschiedliche Kompetenzen zusammenzubringen – organisatorisch, praktisch und menschlich. Auch wir als NürnbergMesse sind Kooperationspartner von noris inklusion und unterstützten das Kräuterfest vor Ort bei der Umsetzung: Rund 20 unserer Mitarbeitenden halfen bei der Betreuung von Angeboten, beim Auf‑ und Abbau oder waren auf dem Gelände ansprechbar, wenn anderweitig Unterstützung gebraucht wurde. Wie diese Zusammenarbeit vor Ort wahrgenommen wurde, beschreibt Laura Heinl, Managerin Corporate Liaison & Sustainability bei der NürnbergMesse: „Ich habe heute mitgenommen, wie entspannt Organisation sein kann, wenn alle gemeinsam mitdenken.“ Gerade weil nicht alles perfekt durchgetaktet gewesen sei, habe sich gezeigt, wie gut das Zusammenspiel funktioniert. „Am Ende hatten alle gute Laune – das war schön zu sehen.“

So entsteht ein lokaler sozialer Mehrwert, der über den Veranstaltungstag hinausreicht. Zwischen Pflanzen, Gesprächen und kleinen Momenten des Austauschs zeigt das Kräuterfest, wie Begegnung ganz selbstverständlich wachsen kann.  

Autor

Portrait Johanna Köhler
Johanna Köhler