Alexander Lissak arbeitet im Bereich International Sales & Business Management und engagiert sich darüber hinaus seit mehreren Jahren im Partnerschaftsverein Nürnberg–Charkiw. Als stellvertretender Vorsitzender koordiniert er Hilfsaktionen – von der Abstimmung mit Partnern vor Ort bis zur komplexen Organisation von Transporen und Hilfsaktionen.
Im Interview spricht er über seine Motivation, prägende Momente und darüber, was dieses Engagement für ihn persönlich bedeutet.
Wie bist du zu deinem Engagement im Partnerschaftsverein Nürnberg–Charkiw gekommen und was bedeutet dir die Partnerschaft persönlich?
Die Verbindung zu Charkiw war für mich nie nur ein abstraktes Projekt oder eine symbolische Städtepartnerschaft. Spätestens seit Beginn des Krieges wurde klar, dass Partnerschaft Verantwortung bedeutet. Ich bin zum Partnerschaftsverein gekommen, weil ich gesehen habe, dass Hilfe nicht nur aus Worten bestehen darf. Wenn Menschen im Winter ohne Strom, ohne Wärme oder unter täglichem Beschuss leben, reicht Mitgefühl allein nicht aus.
Die Partnerschaft bedeutet für mich echte Solidarität – nicht Politik auf dem Papier, sondern Menschen, die füreinander einstehen. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, ob diese Verbindung wirklich gelebt wird.
Gab es während der Aktion einen Moment, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Besonders bewegend sind für mich immer die direkten Rückmeldungen aus Charkiw – Bilder oder Nachrichten von Menschen, die die Hilfe erhalten haben. Ein prägender Moment war die Eröffnung wiederhergestellter Schulen vor Ort. Kinder hatten lange keine Möglichkeit, gemeinsam zu lernen und zu spielen und konnten das plötzlich wieder tun. Das zu sehen, war sehr eindrucksvoll.
Gleichzeitig hat mich beeindruckt, wie viele Menschen hier in Nürnberg bereit waren zu helfen. Diese Solidarität ist alles andere als selbstverständlich.
Wie erlebst du Charkiw und die Menschen dort aus der Distanz?
Mich beeindruckt vor allem die Stärke und Würde der Menschen. Trotz permanenter Angriffe versuchen sie, ihren Alltag aufrechtzuerhalten. Besonders bewegt mich ihre Haltung: Sie fragen nicht zuerst, was sie verloren haben, sondern wie sie weitermachen können. Das verdient großen Respekt. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Krieg für die Menschen dort kein Nachrichtenthema, sondern tägliche Realität ist – und langfristige Unterstützung entscheidend bleibt.



