• 08.07.2026

Ehrenamt, das begeistert: Mit Kindern und Jugendlichen unvergessliche Erlebnisse schaffen

Im Juli steht bei der NürnbergMesse der Corporate Volunteering Month im Fokus. In diesem Rahmen engagieren sich Mitarbeitende in verschiedenen Projekten für gemeinnützige Zwecke und setzen sich gemeinsam für andere ein. Viele von ihnen engagieren sich darüber hinaus auch privat ehrenamtlich – in unterschiedlichen Bereichen und mit großem persönlichem Einsatz. Die NürnbergMesse unterstützt dieses Engagement und würdigt es unter anderem mit einem zusätzlichen Tag Sonderurlaub pro Jahr. In einer Interviewreihe stellen wir Kolleginnen und Kollegen vor, die sich ehrenamtlich einbringen und sprechen mit ihnen darüber, was sie antreibt und bewegt.

Geschrieben von Johanna Köhler

Handballteam aus 12 Personen steht vor Tor in Sporthalle und posiert für Gruppenfoto.

Theresa Lang, Werkstudentin im Bereich AI & Data, engagiert sich seit vielen Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit. Jede Woche trainiert sie Kinder und Jugendliche im Handball, organisiert die Sternsingeraktion und begleitet die jährliche Zeltfreizeit des Vereins Christelried.

Besonders die Zeltfreizeit prägt ihr Ehrenamt: Zehn Tage lang verbringen rund 50 Kinder und Jugendliche gemeinsam mit dem Betreuerteam mitten in der Natur – ohne Strom, ohne fließendes Wasser und fernab vom Alltag.

Im Interview erzählt sie, wie sie selbst zum Ehrenamt gekommen ist, warum die Arbeit mit jungen Menschen sie bis heute begeistert und was sie persönlich daraus mitnimmt.  

Wie bist du zu deinem Ehrenamt in der Kinder- und Jugendarbeit gekommen und was macht dir daran besonders Freude?

Zu meinem Ehrenamt bin ich vor allem durch meine Familie gekommen. Meine Eltern haben mir schon früh vorgelebt, wie wertvoll Gemeinschaft und Vereinsleben sind. Deshalb gehörten sowohl der Sportverein als auch das Sternsingen schon von klein auf zu meinem Alltag. Seit meinem achten Lebensjahr spiele ich Handball. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass ich als Trainerin selbst Verantwortung übernehmen und etwas an jüngere Generationen weitergeben kann. Es macht mir große Freude, Kinder und Jugendliche für den Sport zu begeistern und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten.

Auch beim Sternsingen gab es für mich einen natürlichen Übergang: Als Kind war ich viele Jahre selbst als Sternsingerin unterwegs, später habe ich die erfahrenen Betreuerinnen und Betreuer unterstützt und schließlich gemeinsam mit meiner Schwester die Organisation übernommen.

Zur Zeltfreizeit bin ich über meine Cousine gekommen. Nachdem ich selbst als Teilnehmerin zwei unvergessliche Sommer erleben durfte, stand für mich schnell fest, später als Betreuerin mitzumachen. Heute freue ich mich besonders darüber, Kindern und Jugendlichen ähnliche Erinnerungen ermöglichen zu können.

Ein großer Teil deines Ehrenamts ist die Zeltfreizeit im August. Was macht sie für dich und die Kinder so besonders?

Die Zeltfreizeit ist für mich jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Für zehn Tage steigen wir bewusst aus dem oft hektischen Alltag aus und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Unser Zeltplatz liegt auf einer Lichtung mitten im Wald – ohne fließendes Wasser, ohne Strom und mit kaum Handyempfang. Gerade diese besondere Umgebung macht die Freizeit für die Kinder so wertvoll. Statt Smartphones und digitalen Medien stehen gemeinsames Spielen, Abenteuer, Lagerfeuer, neue Freundschaften und das Miteinander im Mittelpunkt. Es ist schön zu beobachten, wie die Kinder in dieser Zeit aufblühen und merken, dass es oft gar nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

Für viele Kinder ist es außerdem das erste Mal, mehrere Tage ohne ihre Eltern unterwegs zu sein. Sie übernehmen Verantwortung, arbeiten im Team zusammen und wachsen dabei oft über sich hinaus. Besonders beeindruckend ist für mich jedes Jahr zu sehen, wie viel Selbstvertrauen sie in diesen zehn Tagen gewinnen.  

Gruppe von Kindern und Jugendlichen wandert auf Feldweg durch Weinberge und Hügellandschaft im Freien.
Die Zeltfreizeit schafft Raum für Gemeinschaft, Verantwortung und Erlebnisse, die lange in Erinnerung bleiben.

Was nimmst du persönlich aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit?

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt mir persönlich sehr viel zurück. Besonders beeindruckt mich ihre Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Sie erinnern mich daran, mich auch im Alltag wieder mehr für kleine Dinge zu begeistern und nicht immer alles bis ins Detail zu zerdenken.

Besonders schön ist es, die Freude und Begeisterung der Kinder zu erleben. Ein Lächeln oder die Vorfreude auf das nächste Training, Spiel oder Abenteuer zeigt mir, dass sich der Einsatz lohnt und wir mit unserem Ehrenamt etwas Positives bewirken können. Außerdem lernt man sehr schnell, dass jedes Kind anders ist. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, Menschen offen und mit Verständnis zu begegnen, statt vorschnell zu urteilen. Davon profitiere ich nicht nur im Ehrenamt, sondern auch im Alltag und im Berufsleben.

Zum Schluss: Was hat dein Engagement mit dir gemacht – ganz persönlich?

Mein ehrenamtliches Engagement hat mich persönlich sehr geprägt. Schon in jungen Jahren habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen bewusst zu treffen und für diese einzustehen. Das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt und mir gezeigt, wie viel man gemeinsam erreichen kann, wenn man sich engagiert.

Außerdem hat mich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gelehrt, Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Jeder Mensch bringt seine eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Diese Erkenntnis hilft mir dabei, offen auf andere zuzugehen, geduldig zu bleiben und Menschen mit Verständnis zu begegnen.

Die Erfahrungen aus meinem Ehrenamt begleiten mich deshalb weit über meine Freizeit hinaus. Sie haben mein Einfühlungsvermögen, meine Kommunikationsfähigkeit und meine Fähigkeit gestärkt, auf unterschiedliche Menschen individuell einzugehen. Rückblickend bin ich vor allem dankbar für die vielen Begegnungen und Erlebnisse, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Sie haben einen wichtigen Teil dazu beigetragen, die Person zu werden, die ich heute bin. 

Autor

Portrait Johanna Köhler
Johanna Köhler