Viktoria Lorenz ist Social Media Managerin in der Unternehmenskommunikation der NürnbergMesse und verantwortet dort die Corporate Social Media Kommunikation des Unternehmens. Privat steht sie seit rund 20 Jahren auf der Judomatte und unterstützt seit etwa eineinhalb Jahren die ID-Judoka des TV 1848 Erlangen. ID-Judo richtet sich an Menschen mit einer geistigen beziehungsweise kognitiven Beeinträchtigung und ermöglicht ihnen die Teilnahme am Trainings- und Wettkampfbetrieb. Obwohl Viktoria keine offizielle Trainerin der Gruppe ist, begleitet sie die Sportlerinnen und Sportler bei Turnieren, Lehrgängen und besonderen Veranstaltungen – zuletzt vergangenen Monat bei den Special Olympics Nationalen Spielen im Saarland, dem größten Multisportevent Deutschlands für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung.
Im Interview erzählt sie, wie sie zu diesem Engagement gekommen ist, welche besonderen Erfahrungen sie bei den Special Olympics gesammelt hat und warum sie diese Zeit persönlich bereichert hat.
Wie bist du dazu gekommen, Judo mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung zu machen?
Eigentlich bin ich eher zufällig dazu gekommen. Damals wurde ich wegen Trainermangels gefragt, ob ich eine Gruppe von ID-Judoka bei einem kleineren Turnier begleiten könnte. Aus dieser einmaligen Unterstützung entwickelte sich schnell mehr. Kurz darauf sind wir gemeinsam zur Bayerischen Einzelmeisterschaft gefahren, später folgte ein Vorbereitungslehrgang für die Special Olympics Nationale Spiele und schließlich die Reise ins Saarland zu den Spielen selbst.
Besonders schön war für mich zu erleben, wie viel Begeisterung, Ehrgeiz und Freude die Sportlerinnen und Sportler mitbringen. Wichtig ist mir dabei: Ich bin keine offizielle Trainerin der Gruppe, sondern unterstütze immer dort, wo Hilfe gebraucht wird.
Was bedeutet dir die Arbeit mit deinem Team – besonders im Hinblick auf die Teilnahme an den Special Olympics?
Mir war es vor allem wichtig, den Judoka diese tolle Erfahrung zu ermöglichen. Eine ganze Woche unterwegs zu sein, an Wettkämpfen und einem bunten Rahmenprogramm teilzunehmen, neue Menschen kennenzulernen und Teil einer großen Sportveranstaltung zu sein, ist etwas ganz Besonderes. Gerade Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung profitieren enorm davon, ihr gewohntes Umfeld für einige Tage zu verlassen und neue Erfahrungen zu sammeln. Solche Erlebnisse stärken das Selbstvertrauen, fördern die Eigenständigkeit und zeigen, was mit Mut und Unterstützung alles möglich ist. Die Teilnahme an den Special Olympics war deshalb weit mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb.
Es war schön zu beobachten, mit wie viel Stolz und Freude die Athletinnen und Athleten diese besondere Woche erlebt haben. Viele Eindrücke und Erlebnisse begleiten sie noch lange über den eigentlichen Wettbewerb hinaus. Genau das macht solche Veranstaltungen aus meiner Sicht so wertvoll.



