• 06.07.2026

Ankommen, anschließen, aufladen: Ressourcenschonende Anreise zur Messe

Die Anreise zu Messen und Kongressen verändert sich: Immer mehr Gäste kommen mit dem E‑Auto und erwarten passende Infrastruktur vor Ort. Am Messezentrum Nürnberg ist genau das inzwischen Realität. Mit über 220 Ladepunkten wurde die Kapazität deutlich ausgebaut. Der Ausbau zeigt, wie eine ressourcenschonende Anreise Teil des Veranstaltungserlebnisses wird.

Geschrieben von Johanna Köhler

Person steckt Ladekabel von weißem E-Auto an Ladesäule auf Parkplatz vor Eingang Mitte des Messezentrums Nürnberg.

Fahrzeuge rollen auf die Parkflächen am Eingang Mitte, Autotüren öffnen sich, Ladekabel werden eingesteckt. Ein kurzer Blick auf die Anzeige – dann machen sich die ersten Gäste auf den Weg Richtung Messehallen. Was im Hintergrund weiterläuft: der Ladevorgang. Der Messebesuch hat längst begonnen.

Für viele Gäste ist genau das entscheidend. Alex Woldrich, Programmchef von Radio Fantasy aus Augsburgund Besucher bei denLokalmedientagen in Nürnberg, bringt es auf den Punkt: „Zum einen ist es super, weil ich direkt am Eingang parken kann. Und zum anderen hast du einfach ein gutes Gefühl – wir hatten eine längere Anreise und so fährst du nachhaltiger. Ich gehe jetzt noch in Panels und in der Zeit lädt das Auto.“

Eine Infrastruktur, die mit den Erwartungen wächst

Mit inzwischen über 220 Ladepunkten haben wir die Infrastruktur für die Anreise mit dem E‑Auto in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Hintergrund ist ein klarer Wandel in der Mobilität. „Wir erleben derzeit einen Paradigmenwechsel: Die Zahl der E‑Fahrzeuge steigt seit Jahren dynamisch – sowohl im privaten Bereich als auch in Unternehmensflotten“, erklärt Florian Wernhammer, Leiter Technical Maintenance bei der NürnbergMesse. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer: Laden soll nicht nur möglich sein, sondern komfortabel, zuverlässig und jederzeit verfügbar.

Dass dieser Bedarf real ist, zeigt ein Blick auf die Nutzung. Allein im Jahr 2025 wurden im Messezentrum Nürnberg knapp 6.700 Ladevorgänge registriert. Dabei wurden über 200.000 kWh Energie abgegeben – genug, um mit modernen E‑Autos insgesamt mehr als eine Million Kilometer zurückzulegen. Was früher ein zusätzlicher Service war, wird damit zunehmend zum festen Bestandteil der Messeteilnahme.

Diese Entwicklung passt zu einer zentralen Erkenntnis ressourcenschonender Veranstaltungsorganisation: Die Anreise ist einer der größten Hebel, wenn es darum geht, Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig gilt: Bewusstes Verhalten entsteht dort, wo die passenden Rahmenbedingungen vorhanden sind. Ladeinfrastruktur wird damit zur Voraussetzung – nicht nur zum Angebot. 

Person lädt graues E Auto auf Parkplatz vor Eingang Mitte des Messezentrums Nürnberg.
Mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur reagiert die NürnbergMesse auf veränderte Mobilitätsbedürfnisse ihrer Gäste.

Laden im Hintergrund, Nutzen für den Messebesuch  

Unsere Ladeinfrastruktur ist gezielt auf die Nutzung während des Messebesuchs ausgelegt. Die AC‑Ladepunkte bieten bis zu 22 kW Leistung und orientieren sich an einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von rund vier Stunden. Für viele Messegäste bedeutet das: Das Fahrzeug lädt während mehrerer Termine, Vorträge oder eines halben Messetages zuverlässig auf.

Ein dynamisches Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung vorausschauend und stellt sicher, dass auch an stark frequentierten Messetagen möglichst viele Fahrzeuge gleichzeitig laden können. Ein zentraler Baustein ist dabei das Zusammenspiel mit unserer Photovoltaikanlage. Über datenbasierte Prognosen wird der Energiebedarf mit der aktuellen Erzeugung abgeglichen. „Ein möglichst großer Anteil der Ladevorgänge wird so mit auf den Hallendächern produziertem Solarstrom gedeckt“, erklärt Wernhammer. Und wenn die Sonne in Nürnberg einmal nicht scheint, versorgen wir unsere Kunden mit 100 % Ökostrom.

Für unsere Messegäste zeigt sich der Mehrwert vor allem im Alltag. „Wer mit dem E‑Auto anreist, kann sein Fahrzeug direkt während des Messebesuchs laden – ohne Umwege und ohne Zeitverlust“, so Wernhammer. Auch für Messegast Woldrich ist genau das ein Pluspunkt: „Es ist nicht hundertprozentig entscheidend, aber ich ziehe es auf jeden Fall vor. Man ist einfach auf der sicheren Seite.“

Mehrere Wege zur Messe – ein Ziel: ressourcenschonende Anreise

Ressourcenschonende Anreise beschränkt sich dabei nicht auf das E‑Auto. Sie zeigt sich vielmehr im Zusammenspiel verschiedener Mobilitätsangebote. Neben der wachsenden Ladeinfrastruktur spielt der öffentliche Nahverkehr eine zentrale Rolle.  

Mit dem VGN‑KombiTicket wird ressourcenschonende Mobilität für unserer Messegäste besonders einfach: Bei all unseren Eigenveranstaltungen sowie ausgewählten Gastveranstaltungen wird das Eintrittsticket automatisch zur Fahrkarte für Bus und Bahn im Tarifgebiet Nürnberg, Fürth und Stein. Vom Nürnberger Hauptbahnhof aus ist das Messegelände in wenigen Minuten erreichbar, vom Flughafen in rund einer halben Stunde. So wird ressourcenschonende Anreise unkompliziert und komfortabel. 

U Bahn hält am Bahnhof Messe, Fahrgäste steigen auf Bahnsteig aus.
Ressourcenschonende Mobilität entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Verkehrsangebote.

Mehr als Infrastruktur: ein verändertes Verständnis von Anreise

Was sich am Messezentrum Nürnberg beobachten lässt, geht über einzelne Ladepunkte hinaus. Die Art, wie Menschen zu Veranstaltungen anreisen, verändert sich – und mit ihr die Erwartungen an Messeorte. Mobilität wird Teil des Besuchserlebnisses, nicht mehr nur der Weg dorthin.

Mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur reagieren wir nicht nur auf diese Entwicklung, wir gestalten sie aktiv mit. Denn ressourcenschonende Anreise entsteht nicht allein durch individuelle Entscheidungen, sondern durch Systeme, die sie ermöglichen. So wird aus einem Parkplatz ein Ladeort, aus einem Ladevorgang ein selbstverständlicher Teil des Tages – und aus der Anreise ein weiterer Baustein für eine Messe, die den Wandel hin zu nachhaltigen Lösungen mitträgt. 

Autor

Portrait Johanna Köhler
Johanna Köhler