• 12.08.2026

Möbelmarkt Indien: Chance für deutsche Unternehmen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Indien sind intensiv, geprägt von gegenseitigem Austausch, langjährigen Partnerschaften und Chancen für deutsche Unternehmen. Das zeigt sich insbesondere in der Holz- und Möbelindustrie. Mit ihren „Wood Shows“ hat die NürnbergMesse India dabei ein Ass im Ärmel.

Geschrieben von Reinhold Gebhart

Gruppe vor IndiaWood Logo und Messehalle, mehrere Personen zeigen Daumen hoch.

Indien und Deutschland sind unter den Top 5 der Möbelproduzenten weltweit. Durch das neue Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU wird sich der Austausch weiter intensivieren. Was den Subkontinent besonders attraktiv macht, sind seine hohe Innovationsfreudigkeit und die schnelle Einführung neuer Technologien.

Das zeigt sich speziell auf dem indischen Möbelmarkt. Trendanalysen sagen ihm ein Wachstum von 26,5 (2025) auf 55,5 Milliarden Euro (2032) voraus, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,1 Prozent entspricht. Treiber eines der am schnellsten wachsenden Möbelmärkte ist der rasante Anstieg von Homeoffice und der Gig-Economy (Freiberufler und Solo-Selbstständige).

„Indien bietet einen dynamischen und wachsenden Markt und deutsche Unternehmen bringen Technologien mit, die die weitere industrielle Entwicklung des Landes unterstützen können“, bringt es Annett Bässler, stellvertretende Generalkonsulin Deutschlands in Indien, auf den Punkt. Sie weiß: „Viele deutsche Unternehmen sind seit Jahren und teils Jahrzehnten im Land, andere beginnen, nun die Produktion vor Ort in Betracht zu ziehen, da sie darin langfristiges Potenzial sehen.“

Langjährige Partnerschaften neu belebt

Dieses Potenzial schon lange erkannt hat die Hettich Group – das Familienunternehmen in vierter Generation ist einer der weltweit größten Hersteller von Möbelbeschlägen. Seit 25 Jahren in Indien präsent, wurde erst kürzlich eine neue Fertigungshalle im westindischen Indore eröffnet, die jährlich 60 Millionen Scharniere und 5 Millionen Schienen für Schubladen produziert. „Ein Meilenstein auf dem langen Weg unserer Verbundenheit mit dem indischen Markt und eine der technologisch fortschrittlichsten Anlagen“, sagt Andre Eckholt, Managing Director bei Hettich India, zuständig für die Wirtschaftsunion SAARC, den Mittleren Osten und Afrika. 

Mehrere Personen bei Eröffnungszeremonie durchschneiden rotes Band vor Gebäude.
Einweihung in Pithampur, nahe Indore (v.l.): Akshay Poddar, Direktor Hettich India; Saroj Poddar, Vorsitzender Hettich India; Andre Eckholt, Geschäftsführer Hettich India, SAARC, Naher Osten und Afrika; sowie Dr. Andreas Hettich – Vorsitzender Hettich Group. 

Ebenfalls mit einer neuen Produktionsstätte ist Häfele, Hersteller von Beschlagtechnik, elektronische Schließsysteme und Möbelbeleuchtung – seit 2001 in Indien –, nahe Mumbai „einen strategischen Schritt zu einem zukunftsfähigen Produktions-Ökosystem in Indien gegangen“. So drückt es Frank Schlöder, Managing Director für Südasien, aus. Denn die Serienproduktion von Auszugssystemen für moderne Küchen ist Teil einer umfassenden Strategie. „Sie besteht aus Schulungsprozessen für die Belegschaft, den frühen Aufbau von Kompetenzen und somit stabilere und effizientere Abläufe, abgestimmt auf die sich wandelnden Marktanforderungen,“ so Schlöder.

„Wood Shows“ mit Brückenfunktion

Beide Unternehmen verbindet nicht nur die Branche, sie sind auch regelmäßige Teilnehmer der IndiaWood, neben MumbaiWood und KalkuttaWood einer der drei großen „Wood Shows“, und seit 2018 im Portfolio der NürnbergMesse India. Mit über 1.000 Herstellern aus mehr als 50 Ländern und über 81.000 Fachbesuchern bestätigte die IndiaWood zuletzt ihren Status als eine der einflussreichsten Plattformen Asiens für die Holz-, Möbel- und Matratzenindustrie.

Auch Frederik Meyer, Präsident des 800 Mitglieder starken europäischen Verbandes für Holzbearbeitungsmaschinen (Eumabois), zollt Respekt: „Die Fachmesse fungiert als wichtige Brücke. Sie verbindet Innovation, Investition, industrielle Ambitionen – und stärkt Indiens wachsende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der Holzbearbeitungsindustrie.“ 

Vier Personen mit traditionellen Kopfbedeckungen entzünden zeremonielle Lampe.
Feierliche Lampenzeremonie bei der Einweihung der lokalen Produktionsstätte von Häfele in Indien (v.l.): Frank Schloeder, Geschäftsführer Häfele South Asia; Michael Distl, Geschäftsführender Direktor Finanzen, Personal, Recht, Facility Management und IT Häfele Group; Dr. Carmen Mutz, Stabschefin Häfele Group; und Boris Katic, Chief Operating Officer Häfele Group. 

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Reinhold Gebhart
Online-Redaktion // Editor for Vincentz Network