In Berlin landen nach einem Hackerangriff auf die Senatsverwaltung 1,4 Millionen sensible Daten im Darknet. Beim US Entwickler Anthropic brechen während eines Tests KI-Modelle aus und dringen unbemerkt in fremde Computersysteme und Datenbanken ein.
In seinem Bundeslagebild Cybercrime für 2025 zählt das deutsche Innenministerium (BMI) 334.000 registrierte Cybercrimefälle – das sind mehr als 900, jeden Tag! Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen und die Bedrohung für Unternehmen, Behörden und kritische Infrastrukturen nimmt stetig zu. Wie auch der Schaden für die Wirtschaft. Laut BMI liegt er inzwischen bei mehr als 200 Milliarden Euro und damit bei etwa 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und: Deutschland liegt auf Platz drei der Angriffsziele weltweit.
Who’s who internationaler IT-Sicherheitsexperten
Doch auch die Abwehrseite ist gut aufgestellt. „Gemeinsam stark gegen Cyberangriffe!“ lautet das Motto bei der bevorstehenden it-sa Expo&Congress in Nürnberg. Die Fachmesse deckt die gesamte Bandbreite an Produkten, Dienstleistungen und Ideen im Bereich Cybersecurity ab. Und sie bringt das Who’s who internationaler IT-Sicherheitsexperten und Entscheider an einem Ort zusammen.
Wie etwa Prof. Dr. Marco Gercke, Direktor des Cybercrime Research Institute mit Sitz in Köln. In seiner Special Keynote widmet er sich einer Fragestellung, die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gleichermaßen beschäftigt: In der interaktiven „Cyber Incident Simulation“ zeigt er anhand eines realitätsnahen Szenarios die Dynamik eines Cyberangriffs sowie die komplexen Entscheidungsprozesse, die im Krisenfall unter Zeitdruck zu bewältigen sind.
Denn die Zahlen sprechen für sich: 54 Prozent der Cyberangriffe in Europa richten sich gegen die öffentliche Verwaltung, Transport und Verkehr, digitale Infrastruktur und Dienstleistungen, das Finanzwesen sowie die verarbeitende Industrie; mehr als 80 Prozent der globalen Phishing-Kampagnen nutzen KI-generierte oder KI-gestützte Inhalte; 119 neue Schwachstellen werden täglich bekannt (um 24 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr). Aber: 64 Prozent der Unternehmen setzen bei Cyber-Resilienz lediglich auf das geforderte Minimum, nur jedes fünfte ist sehr gut aufgestellt.



