• 03.11.2026

Zwischen Kultur, Technologie und Messegeschäft: Zwei Nachwuchskräfte berichten über ihre Zeit bei der NürnbergMesse China

Internationale Erfahrungen zu sammeln gehört für Trainees der NürnbergMesse fest zum Programm. Aber auch Auszubildende haben die Möglichkeit, einen Einsatz bei einer Tochtergesellschaften im Ausland zu absolvieren und dabei wertvolle Einblicke in andere Arbeitswelten und Kulturen zu gewinnen. Zwei ehemalige Trainees berichten im Interview von ihren Erfahrungen bei der NürnbergMesse China in Shanghai.

Geschrieben von Annika Giebfried

Gruppenfoto des Teams der NürnbergMesse China mit Nachwuchskräften aus Nürnberg.

Im Oktober haben sich erneut zwei Nachwuchskräfte auf den Weg zur Tochtergesellschaft NürnbergMesse China (NMC) nach Shanghai gemacht. Dort laufen derzeit die Vorbereitungen für ein besonderes Ereignis: Am kommenden Freitag feiert die NMC ihr 20-jähriges Jubiläum. Solche Auslandseinsätze sind fester Bestandteil des Traineeprogramms und stehen auch ausgewählten Auszubildenden offen.

Wie prägend diese Erfahrungen persönlich und beruflich sein können, erzählen die ehemaligen Trainees Leia Reiter, mittlerweile Junior Manager Plattform Management bei der NürnbergMesse, die ihr Traineeship mit dem Schwerpunkt E-Commerce absolvierte, und Valentin Weber, tätig im Bereich Data & AI bei der NürnbergMesse, der sein Traineeship im Bereich Marketing mit Schwerpunkt Performance Marketing & Analytics durchlief, im Doppelinterview. Im Frühjahr 2026 waren sie selbst für fünf Wochen bei der NürnbergMesse China in Shanghai zu Gast und gewannen dabei spannende Einblicke in den chinesischen Messemarkt, die lokale Arbeitskultur und das internationale Messegeschäft.

Was habt ihr in Shanghai für Eindrücke gesammelt und was hat euch beruflich sowie persönlich am meisten überrascht?

Valentin: 
Shanghai war für mich eine unglaublich spannende Erfahrung, weil wir dort eine völlig andere Arbeits- und Lebenswelt kennenlernen konnten. Beruflich hat mich besonders überrascht, wie umfangreich Daten in China genutzt und analysiert werden, wodurch sich ganz andere Möglichkeiten ergeben als in Europa.

Beeindruckend war außerdem das hohe Engagement vieler Mitarbeitender. Gleichzeitig gehören feste Mittagspausen und ein kurzer Mittagsschlaf für viele ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag.

Persönlich hat Shanghai mein Bild einer chinesischen Millionenmetropole verändert. Statt Smog und Hektik habe ich eine grüne, moderne und überraschend ruhige Stadt erlebt. Besonders faszinierend war der Kontrast zwischen historischen Orten und moderner Architektur.

Leia: 
Mich hat vor allem beeindruckt, wie selbstverständlich technologische Innovationen in China genutzt werden. Ob Bezahlen, Mobilität oder Dienstleistungen, vieles läuft digital über Plattformen wie Alipay oder WeChat und wird von Menschen aller Altersgruppen genutzt.

Überrascht hat mich außerdem das hohe Sicherheitsgefühl in Shanghai. Die starke Präsenz von Polizei und Überwachungskameras wirkt zunächst ungewohnt, sorgt aber dafür, dass man sich jederzeit sicher fühlen kann.

Im beruflichen Umfeld haben mich vor allem die Dimensionen des chinesischen Messemarktes beeindruckt. Eine von uns besuchte Konkurrenzmesse verzeichnete rund 110.000 Besucher pro Tag und verdeutlichte damit die enorme Dynamik des Marktes. 

Portrait Leia Reiter.
Fünf Wochen Shanghai, unzählige neue Eindrücke: Leia sammelte bei der NürnbergMesse China Erfahrungen, die weit über den Arbeitsalltag hinausgehen.

Woran habt ihr während eurer Zeit bei der NMC konkret gearbeitet und welche Einblicke in das internationale Messegeschäft habt ihr dabei gewonnen?

Valentin: 
Während unseres Aufenthalts arbeiteten wir an verschiedenen Projekten und lernten die NürnbergMesse China aus einer internationalen Perspektive kennen. Ein Schwerpunkt lag auf der Analyse der Websites von BIOFACH China und IPB, insbesondere im Bereich SEO. Außerdem unterstützten wir Marketingmaßnahmen, unter anderem für Facebook und LinkedIn. Da diese Plattformen in China nur eingeschränkt genutzt werden, konnten wir Erfahrungen aus westlichen Märkten einbringen.

Ein Highlight war die Mitarbeit auf der BIOFACH China und der Craft Beer China. Dort wurde deutlich, welchen hohen Stellenwert persönliche Kontakte und Netzwerke im chinesischen Geschäftsleben haben.

Leia: 
Mein Schwerpunkt lag vor allem im digitalen Bereich. Gemeinsam analysierten wir die Websites von BIOFACH China, Craft Beer China und IPB und identifizierten Potenziale bei Suchmaschinenoptimierung und Nutzerfreundlichkeit. Durch unsere Besuche auf der Craft Beer China und später auf der BIOFACH China konnten wir direkt erleben, wie internationale Messen in China organisiert werden und welche Unterschiede es zu Veranstaltungen in Nürnberg gibt.

Besonders interessant fand ich, dass viele Fachmessen deutlich offener gestaltet sind und dadurch eine sehr hohe Besucherfrequenz erreichen.

Welche Aufgabe oder Erfahrung bei der NMC hat euch besonders geprägt und woran seid ihr dabei gewachsen?

Valentin: 
Am meisten geprägt hat mich die Erfahrung, über mehrere Wochen in einer völlig neuen Umgebung zu leben und zu arbeiten. Viele digitale Dienste funktionieren in China anders oder sind gar nicht verfügbar.

Dadurch verlässt man automatisch seine Komfortzone und lernt, sich schnell auf neue Rahmenbedingungen einzustellen. Diese Erfahrung hat mir geholfen, offener für andere Märkte und Arbeitsweisen zu werden.

Leia: 
Neben der Arbeit an den Webseiten haben wir auch Social-Media-Aktivitäten unterstützt und neue Kanäle auf LinkedIn und Facebook begleitet. Eine besondere Herausforderung war dabei die sogenannte Great Firewall, durch die viele westliche Plattformen nur eingeschränkt nutzbar sind.

Mir wurde dadurch deutlich, wie wichtig es ist, Marketingmaßnahmen an lokale Märkte und Zielgruppen anzupassen. Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf internationale Kommunikation nachhaltig geprägt.

Portrait Valentin Weber.
Neue Perspektiven – beruflich und kulturell: Für Valentin ging es während seines China-Aufenthalts auch auf die Chinesische Mauer.

Warum würdet ihr anderen Trainees oder Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt bei einer Tochtergesellschaft der NürnbergMesse empfehlen?

Valentin: 
Ich würde einen Auslandsaufenthalt jederzeit weiterempfehlen. Man lernt andere Arbeitskulturen und Geschäftsmodelle aus erster Hand kennen und sammelt Erfahrungen, die weit über eine Geschäftsreise hinausgehen.

Zudem erhält man wertvolle Einblicke in die Arbeit unserer internationalen Tochtergesellschaften und entwickelt ein besseres Verständnis für unterschiedliche Märkte.

Leia: 
Ich kann jedem empfehlen, eine solche Gelegenheit zu nutzen. Ein mehrwöchiger Aufenthalt ermöglicht es, Land und Kultur deutlich intensiver kennenzulernen als auf einer klassischen Geschäftsreise.

Gleichzeitig sammelt man wertvolle berufliche Erfahrungen, erweitert seinen Horizont und erlebt, wie unterschiedlich Menschen in verschiedenen Ländern Herausforderungen angehen. Genau das macht einen Auslandsaufenthalt so bereichernd. 

Autor

Portrait Annika Giebfried
Annika Giebfried
Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation