Mut tut gut – Teil 2

Business-Helden - Die neue Serie aus WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale: Teil 2: Stephan Michel von Mahrs Bräu aus Bamberg /// von 

Fotorecht: istockphoto / RichVintage

Ein BWL-Studium oder ein Doktor in Marketing sind allenfalls nett. Was aber einen richtig guten Unternehmer ausmacht, kann man nicht lernen. Allem voran braucht es den Mut, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen. Im Magazin WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale, wurden vier solcher Business Helden vorgestellt. Stephan Michel von Mahrs Bräu in Bamberg ist einer von ihnen. Er führt in vierter Generation eine fränkische Privatbrauerei mit über 400 Jahren Geschichte. Als er die 0,25-Liter-Flasche einführte, wurde die als „Babyflascherl“ verspottet. Und was die Leute über sein Dosenbier erst sagen…! Doch das beeindruckt Stephan Michel nicht.

Krasses Packaging

„Als ich 2011 die Idee mit den 0,25-Liter-Flaschen hatte, hat mein Vater gefragt: ‚Wer soll denn das kaufen?‘ Die Stammkundschaft hat gelästert: ‚Der ist doch nicht ganz dicht, wir trinken hier Halbe!‘ Nur mein Opa mit seinen 97 Jahren, der fand die Idee gut. Er hat nämlich schon immer gesagt: ‚Stephan, mach mir mal ein kleineres Bier, das große schaff ich nimmer.‘ Mein eigentlicher Fokus war aber das weibliche Geschlecht. Den Mädels ist eine Halbe oft zu viel. Da wird das Bier warm und schal und dann lassen sie es stehen – oder trinken gleich gar keins. Die schönen kleinen Flaschen hingegen gefallen den Biertrinkerinnen. Und sie haben immer kühles Bier! Im Handel kam das kleine Gebinde vor allem bei Foodtrucks oder in Klamottenläden, wo auch Bier verkauft wird, gut an. Spätis finden den Achterpack super. Und auch zahlreiche Firmen nutzen die Vorteile des kleinen Gebindes für sich. Wenn wir zum Beispiel Bier für Quicksilver brauen, die das Bier auf Messen ausschenken, sind 0,25-Liter-Flaschen genau die richtige Größe.

„Mein eigentlicher Fokus war das weibliche Geschlecht. (…) Die schönen kleinen Flaschen gefallen den Biertrinkerinnen.“

Viele Firmen haben den kühlen Schluck Mahrs Bräu für sich entdeckt und machen mit einem eigenen Label auf der Flasche ihren Kunden oder Geschäftspartnern eine Freude, die aus dem Merchandising-Dschungel heraussticht. Am Ende war die Idee mit den 0,25-Liter-Flaschen so gut, dass Tucher uns 2014 kopiert hat. Das fand ich zwar nicht so witzig. Andererseits natürlich eine schöne Sache, als Traditionsbrauerei Trendsetter zu sein. Und dann haben wir angefangen, in Dosen abzufüllen. Das war echt der Wahnsinn: Nur kurz auf Facebook angedeutet – schon sind alle durchgedreht. Dosen gingen bis dato nur für Craft Beer – und jetzt füllen wir unser Helles und ‚a U‘ in Dosen ab. Warum auch nicht?!“

 

Weitere Business-Helden:

Teil 1 der Serie: Benedikt Kuhn von Bembel-With-Care

Teil 3 der Serie: Dr. Martin Tesch vom Weingut Tesch

Teil 4 der Serie: Dr. Erlfried Baatz von der Schilkin GmbH und Co. KG

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