Mut tut gut – Teil 3

Business-Helden - Die neue Serie aus WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale: Teil 3: Dr. Martin Tesch vom Weingut Tesch /// von 

Fotorecht: istockphoto / RichVintage

Ein BWL-Studium oder ein Doktor in Marketing sind allenfalls nett. Was aber einen richtig guten Unternehmer ausmacht, kann man nicht lernen. Allem voran braucht es den Mut, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen. Im Magazin WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale, wurden vier solcher Business Helden vorgestellt. Dr. Martin Tesch vom Weingut Tesch in Langenlonsheim ist einer von ihnen. Er übernahm als promovierter Biochemiker das 300 Jahre alte Weingut und verlor erst einmal fast die Hälfte der Stammkundschaft, weil er sowohl das Produkt als auch das Marketing radikal veränderte. Kompromisslos statt lieblich, englische Namen für deutsche Weine – Jahre später zahlte sich das aus.

Weg mit dem Weinvokabular

„Ich bin mit 15 von zu Hause weggegangen und wurde so nicht im Weinumfeld sozialisiert. Wenn es also manchmal heißt, ich hätte die Regeln der Weinbranche gebrochen, stimmt das nicht: Ich habe sie schlicht nicht gekannt. Der Urknall war Riesling Unplugged. Im Grunde eine alte Geschichte, ein unverfälschter rebsortenreiner, supertrockener Riesling – nur eben anders erzählt für eine neue Generation von Weintrinkern, die mit umständlicher Weinsprache à la ‚Riesling Kabinett, trocken, Langenlonsheimer St. Antoniusweg‘ nichts anfangen kann. Deshalb haben wir ‚Unplugged‘ draufgeschrieben. Weil es alles sagt: handgemacht, nicht laut, keine Tricks und keine Technik.

„Unser Image war im Eimer. Und die deutsche Weinszene hat Tränen über uns gelacht, so wie wenn einer auf einer Bananenschale ausrutscht.“

Die erste Antwort der tradierten Deutsch-Weintrinker war brutal: englisches Wort auf dem Etikett eines deutschen Weines? Da hat der Baum gebrannt. ‚Durch meine deutsche Kehle wird kein Tropfen Tesch-Wein mehr rinnen‘ und so Zeug. Ich habe 40 Prozent meiner Stammkundschaft in einem halben Jahr verloren. Danach waren wir in der Insolvenzverschleppung. Unser Image war im Eimer. Und die deutsche Weinszene hat Tränen über uns gelacht, so wie wenn einer auf einer Bananenschale ausrutscht.

Einen Weg zurück gab es nicht. Aber: Nach zweieinhalb Jahren haben wir uns von dem Schlag erholt. Da waren wir zwar nicht weiter als am Anfang, aber wir waren wieder da. Von da an ging es nach oben. Inzwischen sind wir international so erfolgreich, wie das alte Weingut es nie hätte werden können.

 

Weitere Business-Helden:

Teil 1 der Serie: Benedikt Kuhn von Bembel-With-Care

Teil 2 der Serie: Stephan Michel von Mahrs Bräu

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*