Mut tut gut – Teil 4

Business-Helden - Die neue Serie aus WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale: Teil 4: Dr. Erlfried Baatz der Schilkin GmbH und Co. KG /// von 

Fotorecht: istockphoto / RichVintage

Ein BWL-Studium oder ein Doktor in Marketing sind allenfalls nett. Was aber einen richtig guten Unternehmer ausmacht, kann man nicht lernen. Allem voran braucht es den Mut, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen. Im Magazin WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale, wurden vier solcher Business Helden vorgestellt. Dr. Erlfried Baatz der Schilkin GmbH und Co. KG in Berlin-Kaulsdorf ist einer von ihnen. Er rettete als ehemaliger Oetker-Manager an der Seite des Schilkin-Enkels Patrick Mier das Spirituosenunternehmen vor der Insolvenz – ausgerechnet, indem er auf ein nischiges 70 Jahre altes Produkt setze: den klaren Pfefferminzlikör „Berliner Luft“.

Fast Forward aus der Krise

„Als die Herren Mier mich ins Unternehmen holten, war dessen Lage nicht sehr gut. Nach der Wende hatte man auf die Produktion von Handelsmarken für Spar, Edeka und Aldi Nord gesetzt. Als die Margen sanken und Rohstoffpreise explodierten, stand Schilkin 2014 vor dem Aus. Wir haben ein sogenannten Schutzschirmverfahren eingeleitet, Insolvenz in Eigenverantwortung, eine deutsche Version des Chapter 11. Währenddessen haben wir uns gesundgeschrumpft. Wir haben die Handelsmarken eingestellt, unseren Umsatz von 53 Mio. auf 12,5 Mio. zurückgefahren und mussten von 42 auf 30 Beschäftigte runter. Mittlerweile haben wir wieder 50 Mitarbeiter, denn was passiert ist, übertraf unsere Erwartungen. Eine Entwicklung, die ich nur aus meiner Zeit bei Henkell kannte, als wir Red Bull eingeführt haben: Wir haben ein sehr nischiges Produkt, unseren Pfefferminzlikör, radikal verjüngt.

„Mit Sprüchen wie ‚Lass frische Luft rein‘ oder ‚Einmal Zähne putzen‘ sind wir in alle Clubs gekommen.“

Mit einem unverwechselbaren Markenauftritt – allenfalls das Jägermeister-Orange leuchtet so wie unser Türkis im Schnapsregal – und sechs außergewöhnlichen Sorten, der Schokoluft oder ‚Glitter Nights‘ mit silbernem Glitter. Mit Sprüchen wie ‚Lass frische Luft rein‘ oder ‚Einmal Zähne putzen‘ sind wir in alle Clubs gekommen. Wer viel feiert, kriegt schlechten Atem, was nicht gut ist für alles, was nach der Diskothek kommt. Ein Shot Berliner Luft hilft. Kurz: Wir haben mit der Konzentration auf diese eine Marke die Schilkin-Spirituosenherstellung gerettet.

 

Weitere Business-Helden:

Teil 1 der Serie: Benedikt Kuhn von Bembel-With-Care

Teil 2 der Serie: Stephan Michel von Mahrs Bräu

Teil 3 der Serie: Dr. Martin Tesch vom Weingut Tesch

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