Mut tut gut – Teil 1

Business-Helden – Die neue Serie aus WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale: Teil 1: Benedikt Kuhn von Bembel-With-Care aus Birkenau (Odenwald) /// von 

Fotorecht: istockphoto / RichVintage

Ein BWL-Studium oder ein Doktor in Marketing sind allenfalls nett. Was aber einen richtig guten Unternehmer ausmacht, kann man nicht lernen. Allem voran braucht es den Mut, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen. Im Magazin WissensDurst, dem Inspirationsbuch der BrauBeviale, wurden vier solcher Business Helden vorgestellt. Benedikt Kuhn von Bembel-With-Care aus Birkenau (Odenwald) ist einer von ihnen. Er traute sich an ein ausnehmend traditionelles Getränk und verpackte es neu: Apfelwein statt in braunen Literflaschen in der Dose. Dem Frankfurter Äppelwoi-Trinker mag das in der Seele wehtun. Eine neue, junge Zielgruppe freut’s. Und die kauft Kuhn 9,5 Millionen Dosen im Jahr ab.

Tradition radikal verjüngt

Benedikt Kuhn – Gründer und Inhaber BEMBEL-WITH- CARE. Fotorecht: BEMBEL-WITH- CARE

„Als Diplom-Designer und Odenwälder fand ich immer schon, dass Apfelwein ein hervorragendes, aber total schlecht vermarktetes Produkt ist. Immer wenn ich Nichtodenwäldern Apfelwein anbieten wollte, hieß es: ‚Iiih, was trinkst denn du da? Das sieht ja schon eklig aus!‘ Und ich musste ihnen recht geben: In den dunklen Flaschen mit den altbackenen Etiketten, auf denen entweder aquarellierte Äpfel, Bembel oder beides zu sehen waren, war Apfelwein kein Produkt, das man sich gern aus dem Regal nimmt. 250 Keltereien – und alle sahen gleich schlecht aus. Wenn man da etwas verbessern wollte, musste man einen Schlussstrich ziehen und es ganz neu anpacken. Und so kam ich auf die Idee, als Erster in Deutschland Apfelwein in Dosen zu füllen.

„Wir wurden von Anfang an dafür gefeiert. Ich hätte mir ja ein bisschen mehr Gegenwind gewünscht…“

 

Es hat ein bisschen gedauert, eine Kelterei zu finden und zu überzeugen, da mitzumachen. Die waren schon erst so: ‚Das gab’s noch nie, also gibt’s das auch nicht.‘ 2007 haben wir dann endlich mit 5 Liter-Partyfässchen angefangen, 2009 kamen die Dosen. Und was soll ich sagen: Wir wurden von Anfang an dafür gefeiert. Ich hätte mir ja ein bisschen mehr Gegenwind seitens der Apfelwein-Stammkundschaft gewünscht, weil wir ja bewusst mit Traditionen gebrochen haben und dafür laut kämpfen wollten, aber selbst die Alten mochten uns. Kritik kam eigentlich nur aus Frankfurt – aber die leben da auch ein verbohrtes Apfelwein-Dogma.“

 

Weitere Business-Helden:

Teil 2 der Serie: Stephan Michel von Mahrs Bräu

Teil 3 der Serie: Dr. Martin Tesch vom Weingut Tesch

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