• 17.03.2026

Handwerk aus vielen Händen: Regionale Keramik für die Welt

Ton, Teamgeist und zeitloses Design: Die Kooperation zwischen der NürnbergMesse, der Produktdesignerin Monika Geldhauser und der Töpferei von noris inklusion bringt regionale Handwerkskunst, lokales Miteinander und die internationale Messewelt zusammen. Durch die Zusammenarbeit entstehen regionale Keramikgeschenke für Gäste aus aller Welt – von Hand gefertigt.

Geschrieben von Johanna Köhler

In einer Werkstatt sitzen zwei Frauen an Arbeitstischen, die mit Tonarbeiten, Werkzeugen, Pinseln, Wasserbehältern und unfertigen Keramikstücken bedeckt sind. Die Frau im Vordergrund mit langen braunen Haaren, einem gelben T-Shirt und einer orangenen Schürze hält einen Becher aus Ton. Die Frau im Hintergrund mit kurzen schwarzen Haaren, einem schwarzen Pullover und einer orangenen Schürze arbeitet ebenfalls an einem Tongefäß. Der Raum ist hell, mit kachelbelegten Wänden und diversen Regalen voller Materialien.

Zwischen Ton, Drehscheiben, Gipsformen und frisch glasierten Bechern wird gelacht, erklärt, geholfen. In der Töpferei von noris inklusion herrscht eine Stimmung, die ansteckt: konzentriert, lebendig und voller Freude. noris inklusion ist eine gemeinnützige Organisation in Nürnberg, die Menschen mit Beeinträchtigung in verschiedenen Werkstätten beschäftigt – darunter die Töpferei, in der handwerkliche und kreative Arbeitsprozesse vermittelt werden.

Hier entstehen nun die neuen Keramikstücke, die wir künftig als Jubilargeschenke an unsere NürnbergMesse-Mitarbeitenden und als VIP-Präsente an unsere nationalen sowie internationalen Gäste verschenken werden. Becher, Krüge, Karaffen und Kerzenhalter, handgefertigt von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.  

Jeder Handgriff sitzt, jeder Schritt hat Bedeutung. Und doch ist es vor allem eines, das den Raum erfüllt: ein Gefühl von Miteinander.

Design, das verbindet

Die gestalterische Idee stammt von Monika Geldhauser, Produktdesignerin und Initiatorin dieser Produktserie. Ihr Anspruch: zeitlos, lokal, hochwertig und für alle zugänglich. „Die Grundidee war, eine rein lokal produzierte Serie zu schaffen – ohne Kunststoffe, aus natürlichen Materialien und mit Menschen aus kleinen Werkstätten“, erzählt sie. „Mir war wichtig, dass jeder teilhaben kann: Meister, Autodidakten und Menschen mit Beeinträchtigung. Unter Anleitung kann jeder ein Teil einer hochwertigen Designserie werden.“ Die Töpferei von noris inklusion ist dabei ihr Partner im Bereich Keramik.  

Ihre Entwürfe sind bewusst schlicht, ikonisch und langlebig. „Ich wünsche mir, dass die Becher in 20 Jahren noch genauso hergestellt werden und immer noch zu allem passen. Wir sollten wegkommen vom Schnelllebigen und hin zu Dingen, die bleiben.“ Dass wir diese Produkte nun nutzen und in die Welt hinaustragen, berührt sie besonders: „Eine international agierende Messe, die lokal produzierte Produkte verschenkt – das ist genau der Wirtschaftskreislauf, den wir brauchen. Lokal handeln, weltoffen denken. Das passt perfekt zu diesem Projekt.“ 

Eine Frau mit langen braunen Haaren in schwarzer Bluse und Jeans und ein Mann mit kurzen hellbraunen Haaren und Brille in braunem Hemd und Jeans stehen in einer Keramikwerkstatt zwischen Arbeitstischen und Regalen. Beide halten keramische Rohlinge in den Händen, während im Hintergrund weitere Personen an Werkplätzen arbeiten. Der Raum ist hell und mit Werkzeugen, Farben und Tonmaterialien ausgestattet.
Gemeinsam setzen Monika Geldhauser und Andre Häberlein Impulse für eine lokal verankerte Produktserie, die durch das Zusammenspiel vieler Hände entsteht.

Handwerk, das unterschiedliche Stärken zusammenbringt

Für Andre Häberlein, Leiter der Töpferei von noris inklusion, ist die Kooperation vor allem eine Chance, das Können seines Teams zu zeigen und praktische Teilhabe in geschützter Umgebung zu ermöglichen. „Unsere Produkte werden sichtbar und erfüllen einen schönen Zweck“, sagt er. „Und gleichzeitig produzieren wir innerhalb Nürnbergs mit einem sehr kleinen Fußabdruck. Das macht die Zusammenarbeit besonders wertvoll.“

Was hier entsteht, ist handgefertigt in rund 15 spezialisierten Arbeitsschritten – von der Rohmasse bis zum fertigen Produkt. Jeder Schritt wird so aufgeteilt, dass Menschen mit Beeinträchtigung ihren Beitrag leisten können. „Darauf sind wir wirklich stolz“, sagt Häberlein. „Wir zergliedern jeden Arbeitsschritt so, dass jeder teilhaben kann. Und wenn jemand etwas Neues lernt, dann ist das ein echtes Highlight. Diese Mikroerlebnisse – wenn jemand euphorisch erzählt, dass er einen neuen Griff formen kann – das ist unser Erfolg.“

Meisterschaft und Miteinander

Ein zentraler Teil dieses Erfolgserlebnisses ist Andreas Heubaum, Keramiker und erfahrener Handwerker, der seit vielen Jahren in der Töpferei arbeitet. Seine ruhige Art, seine Präzision und sein Gespür für Formen prägen die Qualität der Serie. „Das ist immer ein Miteinander, nie nur ich allein“, sagt er. „Jeder hat seinen Part. Und unseren Beschäftigten kann man viel zutrauen.“

Heubaum bringt nicht nur handwerkliche Expertise ein, sondern auch pädagogisches Feingefühl – geprägt durch seine berufliche Erfahrung im sozialen Bereich. Sein Team unterstützt ihn beim Abwiegen der Rohmasse, beim Vorformen der Griffe oder beim Einlegen der Tonplatten in die Formen. Schritt für Schritt entsteht so ein Produkt, das viele Hände berührt hat. 

Ein Mann mit dunklen kurzen Haaren in einem grünen T-Shirt arbeitet an einer Töpferscheibe und formt ein zylindrisches Gefäß aus Ton. Auf dem Tisch liegen Werkzeuge, ein Schwamm, Tonreste und bereits gedrehte Rohlinge. Hinter der Person stehen Regale mit Schalen und weiteren Keramikstücken.
Mit handwerklicher Präzision und pädagogischem Feingefühl trägt Andreas Heubaum maßgeblich zum Gelingen der Keramikserie bei.

„Hauptsache, die Leute freuen sich“

Joshua Long, seit sieben Jahren Mitarbeiter in der Töpferei, erleuchtet mit seiner Begeisterung den ganzen Raum. „Ich freue mich, wenn die Leute sehen, was wir hier machen“, sagt er. „Hauptsache, die Leute sind zufrieden und haben ein Lächeln im Gesicht.“

Joshua formt Teller, Untersetzer und Schalen. Außerdem ist er Werkstattrat und setzt sich für Gleichberechtigung und ein gutes Arbeitsklima ein. Sein Stolz ist spürbar, seine Freude ansteckend. „Wir freuen uns, dass wir arbeiten können und dass die Leute unsere Sachen benutzen. Das macht mich glücklich.“

Ein Geschenk, das bleibt

Was in der Töpferei entsteht, ist mehr als Keramik. Es ist ein Stück Nürnberg – handgemacht, lokal, langlebig. Ein Produkt, das Menschen verbindet: die, die es herstellen und die, die es verwenden werden.

Für uns ist die Kooperation eine Gelegenheit, um voneinander zu lernen: Projekte wie die regionale Keramik machen Stärken sichtbar und zeigen, welche Chancen sich eröffnen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammenkommen – von Monika Geldhausers Designvision über Andreas Heubaums Meisterschaft bis hin zu Joshua Longs Begeisterung und sozialem Gespür.  

Zwischen Ton und konzentrierten Blicken entsteht so etwas Einzigartiges: Handwerkskunst durch lokale Gemeinschaft, die als Nürnberg-Botschafterin die Welt bereist. 

Ein Mann mit schwarzen kurzen Haaren, Cappi und schwarz, weißem Schal in einem schwarzen Pullover und Jeans gießt flüssigen Ton aus einem großen Messbecher in eine zweiteilige Gipsform. Im Hintergrund sind Regale voller weiterer Formen, Werkzeugen und Materialien zu sehen.
Mit großem Engagement wirkt Joshua Lang an der Keramikproduktion mit und zeigt, wie viel Sorgfalt in jedem einzelnen Arbeitsschritt steckt.

Die Menschen hinter dem Keramikhandwerk

Eine Frau mit kurzen schwarzen Haaren und orangenen Strähnchen in einem roten Pullover sitzt an einem Arbeitstisch und formt Ton mit den Händen. Auf dem Tisch liegen Tonklumpen, Werkzeugdosen, Kunststoffbehälter und weitere Materialien für die Keramikherstellung. Im Hintergrund sind Arbeitstische und weitere Werkstattausstattung sichtbar.
Eine Frau mit hellbraunen kurzen Haaren und Brille in einem pink/ weiß gestreiftem Pullover mit einer dunkelroten Schürze hält mit einer Zange einen rosa glasierten Keramikbecher über einem großen blauen Eimer, umgeben von fertig glasierten Bechern, Schüsseln sowie Werkzeugen, Glasurbehältern und einer Edelstahl-Arbeitsfläche. Im Hintergrund stehen Regale mit weiteren Materialien.
Eine Frau mit dunklen Haaren und einem blonden langen Zopf in einem weißen Pullover und schwarzen T-Shirt, das mit einem Einhorn bedruckt ist, sitzt an einem Tisch und trägt rote Glasur mit einem Pinsel auf eine Keramikschale auf. Vor der Person stehen Glasurbehälter, Werkzeuge und weitere Materialien. Im Hintergrund befinden sich Regale mit Zubehör und Verpackungsmaterial.
Eine Frau mit langen braunen Haaren, einem gelben T-Shirt und einer orangenen Schürze sitzt an einem Arbeitstisch in einer Keramikwerkstatt und bearbeitet ein helles Keramikgefäß mit einem Werkzeug. Auf dem Tisch liegen verschiedene Arbeitsmaterialien, darunter Pinsel, Tonreste, Glasurbehälter, Wassergefäße und ein Mobiltelefon. Im Hintergrund steht eine Arbeitsfläche mit weiteren Keramikrohlingen und Utensilien.
Eine Frau und ein Mann stehen in einer Keramikwerkstatt an einem großen Arbeitstisch, der mit zahlreichen Gipsformen, halbfertigen Schalen und weiteren Keramikelementen bestückt ist. Die Frau mit kurzen blonden Haaren trägt einen braunen Pullover und eine braune Schürze und steht vor mehreren großen runden Formschalen, während der Mann mit schwarzen kurzen Haaren, Cappi und schwarz, weißem Schal in einem schwarzen Pullover und Jeans eine Gipsform in den Händen hält. Im Hintergrund befinden sich Regale voller weiterer Keramikformen und Gefäße sowie Werkstattausstattung.
Ein Mann mit dunklen kurzen Haaren in einem grünen T-Shirt arbeitet an einer Töpferscheibe und formt ein zylindrisches Gefäß aus Ton. Einer der Arme führt ein Werkzeug an die rotierende Form, während auf dem Arbeitstisch davor mehrere weitere gedrehte Rohlinge, ein Eimer mit Wasser und verschiedene Werkzeuge liegen. Im Hintergrund sind Regale mit zusätzlichen Keramikstücken sowie eine Wasserflasche zu erkennen.
Eine Frau mit langen blonden Haaren und Brille in einem schwarzen T-Shirt und mit grauer Schürze steht vor einem geöffneten Brennofen und hält zwei rosafarbene Keramikbecher in den Händen. Der Brennofen zeigt innenliegende Heizspiralen und Ablagen für Keramik. Die Person trägt eine Schürze, und im Hintergrund befindet sich weitere Werkstattausstattung.
Eine Frau mit langen braunen Haaren in einer schwarzen Bluse und Jeans steht vor einem geöffneten Brennofen und hält zwei fertig glasiert gebrannte Keramiktassen – einmal in Rot und einmal in Orange – und einen fertigen roten Krug in der Hand. Der geöffnete Ofen zeigt Heizspiralen und Einschübe im Inneren.
Zwei umgedrehte rosafarbene Keramikbecher liegen auf einer gepolsterten Unterlage. Auf den Böden der Becher befinden sich runde Embleme mit der Aufschrift „Geldhauser × NürnbergMesse“.
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Autor

Portrait Johanna Köhler
Johanna Köhler