Die Klimaschutzaktivistin und Publizistin wählte keinen abstrakten Einstieg, sondern begann persönlich: mit ihrer Kindheit zwischen Bio-Produkten der Mutter und Nürnberger Rostbratwürsten des Vaters. Aus dieser biografischen Spannung leitete sie eine zentrale Botschaft ab: Ernährung ist keine Privatangelegenheit, sondern politisch. Ein Kühlschrank-Sticker mit der Aufschrift „Essen ist politisch“ wurde für sie zum Sinnbild einer Erkenntnis, die sie bis heute prägt.
Nach dem Abitur habe sie vieles gekonnt, so Neubauer, aber nicht gewusst, wie man eine Karotte anbaut. Diese Lücke führte sie auf einen Biobauernhof in England, wo sie im Rahmen von „Woofing“ – einem internationalen Austauschprogramm, bei dem Menschen auf ökologischen Höfen mitarbeiten und im Gegenzug Unterkunft und Verpflegung erhalten – Landwirtschaft praktisch erlebte. Dort habe sie verstanden, was Böden leisten – und was sie verlieren, wenn sie über Jahrzehnte ausgebeutet werden. Landwirtschaft wurde für sie zur konkreten Erfahrung planetarer Grenzen.



