• 16.04.2026

Zentrale Plattform für alltagsnahe Zukunftsthemen im Handwerk

Das deutsche Handwerk will die digitale Transformation gemeinsam anpacken. Ein Ort dafür ist der neue „Zukunftsraum“ der NürnbergMesse, der erstmals beim Messe-Duo FENSTERBAU FRONTALE und HOLZ-HANDWERK seine Türen öffnete. Ein neues Format, das Betriebe und Anbieter zusammenbringt und einen direkten Austausch ermöglicht auf der Suche nach praktischen Lösungen.

Geschrieben von Reinhold Gebhart

Drei Personen sitzen auf einer kleinen Bühne vor einer Wand mit der Aufschrift „ZUKUNFTSRAUM“

Die Verbesserungspotenziale im deutschen Handwerk sind laut Bitkom-Studie 2025 gegeben. Zwar nutzen 85 Prozent der Betriebe mindestens einen digitalen Service, 62 Prozent Messenger-Dienste und jeder Dritte hält regelmäßig Online-Meetings ab. Doch ihren Digitalisierungsgrad bewerten die Unternehmen selbst im Durchschnitt nur mit Schulnote 3,0. Lediglich 4 Prozent setzen bereits auf Künstliche Intelligenz (KI).

Hinzu kommen laut der Studie Hürden wie Fachkräftemangel (75 Prozent), IT-Sicherheit (60 Prozent) und die Notwendigkeit, die Digitalkompetenz der Mitarbeitenden zu erhöhen (76 Prozent). Viele Betriebe sind eher traditionell aufgestellt, was die Implementierung neuer Technologien erschweren bzw. verzögern kann. Demografischer Wandel, Unternehmensnachfolge und neue Arbeitsmodelle stellen das Handwerk vor weitere Herausforderungen.

Zukunftsraum: Lösungen für dringende Probleme

„Der Zukunftsraum soll die zentrale Plattform sein, an dem Zukunftsthemen gebündelt sichtbar und erlebbar werden“, sagt Phillip Blass, Director Exhibitions bei der NürnbergMesse. „Damit setzen wir ein klares Zeichen“, ergänzt Heiko Fischer von 100 PROZENT DIGITAL, schon lange Partner der Messe und Mitorganisator des Zukunftsraums. Ihm war es wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem Betriebe und Anbieter zusammenkommen und nach Lösungen suchen, die im Alltag wirklich weiterhelfen: „Von Digitalisierung und KI bis zu Fachkräften und Führung.“

Beim Messe-Duo im März wurde die Idee erstmals umgesetzt. Mit mehr als 30 praxisnahen Vorträgen zu unterschiedlichsten Themen, einem vollumfänglich digitalen Büro als Best-Practice und einer Networking-Area, in der Unternehmer mit digital erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie Expertinnen und Experten ihr Wissen vertiefen und Probleme diskutieren konnten. 

Drei Männer schauen auf einen Bildschirm und sind dabei mit dem Rücken der Kamera zugewandt
Praxisnahe Anwendungen helfen Betrieben, digitale Technologien Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren.

Vom Expertenwissen zur praktischen Anwendung

Zur Sprache kamen Themen aus der Praxis, die bei so manchen Inhaberinnen und Inhabern handwerklicher Betriebe Interesse weckten . So präsentierte etwa der Informatiker Andreas Weber seine Aufmaß-App – in Tool für Tischler, Schreiner, Fensterbauer und Monteure. Damit lassen sich Fenster-, Türen und Insektenschutz-Aufmaß mobil erfassen, dokumentieren und die Daten gehen direkt ins zentrale ERP-System.

Viel Zeit sparen lässt sich auch durch eine digitale und automatische Buchhaltung samt Datenaustausch per Knopfdruck mit der Steuerberatung oder dem Finanzamt. Wie das funktioniert, erklärten Schreiner Tobias und Schreinerin Antonia Wagner aus dem Großraum Nürnberg, die das System bereits aus dem Effeff beherrschen.

Seine ganze Erfahrung aus jahrelanger Zusammenarbeit mit Handwerks-, Industrie- und Bauunternehmen ausspielen konnte Julian Jehn von Jehn & Peters. Er hatte jede Menge Tipps, wie man Stellenanzeigen so optimiert, dass sie gesehen, geklickt und aufmerksam gelesen werden.

FeuerTrutz, GaLaBau, Chillventa: Format wächst weiter

Die Zukunftsraum-Premiere auf der FENSTERBAU FRONTALE und HOLZ-HANDWERK war ein voller Erfolg und schon ist geplant, das Format weiter wachsen zu lassen. Heiko Fischer: „2026 wird es auch auf der FeuerTrutz, der GaLaBau und der Chillventa einen Zukunftsraum geben – und darüber hinaus weitere Formate in 2027.“ Ziel ist es aber auch, den Austausch über die Messen hinaus fortzuführen, durch weitere digitale Formate und Events zu begleiten und Impulse nachhaltig in die Betriebe zu tragen. 

Zwei Männer stehen an einem Messestand. Im Hintergrund ist eine Werkzeugwand aufgebaut.
Der Zukunftsraum bietet dem Handwerk einen Ort, um digitale Lösungen gemeinsam weiterzudenken.

Autor

Portrait von Reinhold Gebhart
Reinhold Gebhart
Online-Redaktion // Editor for Vincentz Network