Michael Melcher ist Vice President Innovation & Touchpoints und Mitglied des Management Boards der NürnbergMesse. Privat engagiert er sich als Jugendleiter beim 1. FC Willy Wacker Hechtsheim. Gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen hat er dort seit 2022 die Jugendabteilung wieder aufgebaut. Was nach der Corona-Pandemie mit acht Kindern begann, ist heute zu einer Gemeinschaft von mehr als 120 jungen Fußballerinnen und Fußballern gewachsen.
Im Interview erzählt er, wie es zu diesem Engagement kam, was ihn am Aufbau der Jugendabteilung besonders motiviert und welche Erfahrungen er persönlich daraus mitnimmt.
Wie kam es dazu, dass du die Jugendabteilung in deinem Verein mit aufgebaut hast?
Im Zuge des Auslaufens der Corona-Pandemie habe ich 2022 für meinen damals vierjährigen Sohn einen Fußballverein gesucht. Bei meinem heutigen Verein sagte mir der Präsident damals einen Satz, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „Wir haben Plätze, wir haben Equipment, wir haben Geld – aber keine Jugend mehr. Bau sie doch auf.“
Diese Idee ließ mich nicht mehr los. Nach einigen Gesprächen haben wir schließlich einen Deal gemacht und gemeinsam begonnen, die Jugendarbeit wieder aufzubauen. Was damals mit wenigen Kindern und einer Idee gestartet ist, hat sich Schritt für Schritt zu einer lebendigen Jugendabteilung entwickelt.
Von 8 auf über 120 Kinder – was bedeutet dir diese Entwicklung persönlich?
Ich bin in der Provinz quasi mit dem Fußball groß geworden. Bis Anfang 20 habe ich selbst ambitioniert gespielt und war seit meiner Kindheit eng mit dem Sport verbunden. Rückblickend haben mich die Erfahrungen aus dem Mannschaftssport weit über den Fußball hinaus geprägt. Teamgeist entwickeln, gewinnen und verlieren können, unterschiedliche Stärken erkennen, Kompromisse schließen und unter Druck Entscheidungen treffen – all das sind Fähigkeiten, die mich bis heute begleiten.
Schon damals habe ich mir vorgenommen, irgendwann etwas von dem zurückzugeben, was mir meine Trainer mit auf den Weg gegeben haben. Deshalb bedeutet es mir viel, heute Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Stärken zu entdecken und sich weiterzuentwickeln. Die Entwicklung von acht auf inzwischen über 120 Kinder erfüllt mich deshalb mit großem Stolz. Manchmal fühlt es sich tatsächlich ein wenig so an, als würde man ein Start-up aufbauen – nur eben mit Fußballschuhen statt Businessplänen.



