• 10.08.2026

CSD 2026: Aus einer Premiere wird eine wachsende Bewegung

Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freunde und Familie, erstmals ein eigener Demotruck und mittendrin eine Cheerleading-Gruppe: Bei ihrer zweiten Teilnahme am CSD NÜRNBERG PRIDE zeigte die NürnbergMesse noch mehr Präsenz als im Vorjahr. Hinter der größeren Gruppe stehen vor allem Menschen, die zeigen wollen, wofür sie persönlich und gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber eintreten.

Geschrieben von Stefan Jablonka

Menschen auf bunt geschmücktem Demotruck mit Regenbogenballons beim CSD.

Noch steht der Truck am Prinzregentenufer. Die Musik läuft, Regenbogenfarben bestimmen das Bild, rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NürnbergMesse warten mit ihren Freunden und Familien darauf, dass sich der Demonstrationszug in Bewegung setzt. Georg Loichinger ist im Hauptjob Manager Stakeholder Relations und hat die Aktion mit einem kleinen Team erneut federführend organisiert.  Er steht auf dem Wagen, verteilt letzte Instruktionen und blickt in die Gruppe. „Die ganzen glücklichen Gesichter zu sehen mit dieser Erwartung an den heutigen Tag, das war schon cool“, wird er später sagen.

Vor einem Jahr sah das noch etwas anders aus. 2025 hatte sich die NürnbergMesse erstmals mit einer eigenen Gruppe am Christopher Street Day in Nürnberg beteiligt. Zwischen 30 und 40 Kolleginnen und Kollegen waren dabei. Ein Jahr später hat sich ihre Zahl nahezu verdoppelt. Und erstmals ist die NürnbergMesse nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern auch mit einem eigenen Demotruck.

Menschen stehen vor Demotruck mit Regenbogendekoration bei CSD-Parade.
Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr zeigte die NürnbergMesse 2026 deutlich mehr Präsenz beim CSD.

Mehr Sichtbarkeit nach der gelungenen Premiere

Dabei war der Truck nicht etwa die Reaktion auf eine bereits feststehende größere Teilnehmerzahl. Der Impuls kam aus den Erfahrungen des Vorjahres. „Nach letztem Jahr war die Rückmeldung so gut, dass wir gesagt haben: Wir wollen noch präsenter sein und noch mehr zeigen“, erzählt Loichinger. Die Entscheidung war gefallen, anschließend wurde innerhalb des Unternehmens für die Teilnahme geworben – mit starker Resonanz. Auf dem Truck sorgte Alex Boldt als DJ für Musik und gute Laune.  

Gleichzeitig blieb die Fußgruppe ein wesentlicher Bestandteil des Auftritts. Hinter dem Wagen legte sich zudem die Cheerleading-Gruppe der NürnbergMesse ins Zeug. Die Gruppe, die regelmäßig, die unternehmenseigene Fußballmannschaft anfeuert, brachte zusätzliche Energie in die CSD-Parade.

Und die war 2026 so groß wie nie zuvor: Mehr als 20.000 Menschen beteiligten sich am 8. August am Demonstrationszug durch Nürnberg. Unter dem Motto „Nürnberg liebt“ zogen mehr als 60 Gruppen durch die Stadt. Mittendrin, mit der Startnummer 14: die NürnbergMesse.

Gruppe mit Plakaten und Regenbogenschirm posiert entlang der CSD-Strecke.
Für viele Teilnehmende war der CSD eine Möglichkeit, Haltung sichtbar zu machen und gemeinsam für Vielfalt einzustehen.

Warum Mitarbeitende Gesicht zeigen

Die größere Gruppe ist aber nicht allein eine Frage der Sichtbarkeit. Hinter den rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stehen ebenso viele persönliche Gründe, an diesem Samstag mitzulaufen.

Für Rebecca Renn, Abteilungsleiterin Customer Success, hängt die Teilnahme eng damit zusammen, welche Haltung ihr Arbeitgeber nach außen vertritt. „Ich identifiziere mich nicht nur mit meiner Arbeit, sondern letztendlich schon auch mit den Werten des Unternehmens und wie das Unternehmen auch in der Gesellschaft wahrgenommen wird“, sagt sie. Deshalb sei ihr wichtig, bei gesellschaftlichen Themen nicht nur im Hintergrund zu unterstützen, sondern „Flagge hoch“ zu zeigen und aktiv dabei zu sein.

Andreas Müller aus dem Bereich Legal, Internal Audit, Risk and Compliance beschreibt sogar einen Einfluss auf seine Beziehung zur NürnbergMesse: „Für mich persönlich heißt es noch mal ein bisschen mehr Bindung auch zum Unternehmen, wenn ich weiß, dass es sich für die richtigen politischen Themen engagiert.“ Seine Motivation für die Teilnahme fasst er mit Vielfalt, Toleranz und dem Wunsch zusammen, im Rahmen seiner Möglichkeiten Gesicht zu zeigen.

Nadiska Beer aus dem Sales wiederum sieht eine besondere Stärke darin, dies gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen tun zu können. „Wir alle haben eine Stimme“, sagt sie. In einer großen Gruppe falle es vielen aber leichter, zusammenzustehen. Dass die NürnbergMesse ihren Mitarbeitenden einen Rahmen gibt, in dem sie sich engagieren und ihren Standpunkt zeigen können, ist für sie ein wesentlicher Grund, dabei zu sein.

Wenn aus Haltung etwas Persönliches wird

Dass es dabei nicht nur um große gesellschaftliche Begriffe geht, zeigt Hanna Schneider, Head of Customer Success. Ihre Motivation führt direkt in ihre Familie. „Mein persönliches Ding ist immer, dass Liebe über allem steht“, sagt sie. Diesen Gedanken versuche sie auch ihrer Tochter zu vermitteln. Noch am Morgen des CSD hatte diese gefragt, wohin ihre Mutter gehe. Schneider erklärte ihr, warum sie an der Demonstration teilnimmt und weshalb es ihr wichtig ist, dass alle Menschen gleichbehandelt werden.

Später steht sie selbst auf dem Truck, verteilt Lollis und Gummibärchen und genießt die Fahrt durch die Stadt. Besonders zwei Männer in auffälligen Hosenanzügen bleiben ihr in Erinnerung. Offenbar von der Stimmung der NürnbergMesse-Gruppe angesteckt, liefen sie eine Zeit lang mit ihr mit.

Auch für Lennart Preuß Costumer Consultant von der NürnbergMesse-Tochtergesellschaft Yontex hat die Teilnahme eine sehr persönliche Seite. Sein Mitbewohner Georg habe ihn motiviert, erzählt er. Vom Tag selbst bleiben für ihn vor allem „Vielfalt, Freude, Leidenschaft“ und das Einstehen dafür, wer man ist. 

Zwei Personen stehen vor Demotruck, weitere Teilnehmende im Hintergrund.
Die Teilnahme verband persönliche Überzeugungen mit dem gemeinsamen Einsatz für Vielfalt.

Gemeinsam durch die Stadt

Je länger die Parade dauert, desto mehr verschwimmen schließlich die Grenzen zwischen Truck, Fußgruppe und den Menschen entlang der Strecke. Es wird getanzt und gewunken, Musik begleitet die Gruppe durch die Straßen der Stadt der Menschenrechte.

Während beim Christopher Street Day 2025 rund 17.500 Menschen durch Nürnberg zogen, waren es diesmal über 20.000. Doch Zahlen allein erklären kaum, was die Atmosphäre dieses Tages ausmacht. Andreas Müller beschreibt es mit einem Eindruck, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist: Menschen könnten an diesem Tag zeigen, wie sie sein möchten – in ihrer Kleidung, ihrem Verhalten und ihren Gesten. Dinge, die andernorts oft noch immer nicht selbstverständlich öffentlich möglich seien. 

Person spricht vor Gruppe an Messestand mit Regenbogenfarben und Fahnen.
Die wachsende Beteiligung zeigt, wie stark das Thema Vielfalt von den Mitarbeitenden getragen wird.

Autor

Portrait von Stefan Jablonka
Stefan Jablonka