Mit women@GaLaBau feierte in diesem Jahr erstmals ein eigenes Netzwerkformat für Frauen in der grünen Branche Premiere. Das Gemeinschaftsprojekt von TASPO und NürnbergMesse machte Frauen im Garten- und Landschaftsbau sichtbar, förderte den fachlichen Austausch und schuf Raum für neue Perspektiven. Beim Auftakttreffen standen Themen wie Karrierewege, Führungsverantwortung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Zukunft der Branche im Mittelpunkt.
Zu den Speakerinnen des Netzwerktreffens gehörte auch Vivian Weißmüller, kaufmännische Geschäftsführerin und alleinige Gesellschafterin der Garten- und Landschaftsbau Weißmüller GmbH & Co. KG mit rund 100 Mitarbeitenden. Die Unternehmensnachfolge übernahm sie offiziell Anfang 2023, nachdem sie bereits seit 2021 schrittweise Verantwortung im Familienunternehmen übernommen hatte. Als Meisterin und Technikerin im Garten- und Landschaftsbau sowie mit einem Bachelor in Landschaftsarchitektur und einem Master im Landschaftsbau verbindet sie fachliche Expertise mit unternehmerischem Denken. In ihrem Vortrag „Nachfolge im Familienunternehmen: als Tochter den eigenen Weg finden“ sprach sie über Verantwortung, Generationenwechsel und die Entwicklung eines eigenen Führungsstils. Im Interview erzählt sie, welche Erfahrungen ihren Weg geprägt haben, wie sie Tradition und Veränderung miteinander verbindet und warum Netzwerke für die Zukunft der Branche eine wichtige Rolle spielen.
Frau Weißmüller, Sie haben die Nachfolge in Ihrem Familienunternehmen übernommen und führen heute ein Team von rund 100 Mitarbeitenden. Gab es einen Moment, in dem Ihnen bewusst wurde: „Jetzt gehe ich meinen eigenen Weg“?
Eigentlich wollte ich das Unternehmen zunächst gar nicht übernehmen. Das hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Ausbildung und Studium waren später bewusst auf die Unternehmensnachfolge ausgerichtet.
Ein entscheidender Wendepunkt kam, als mein Vater während meines Studiums schwer erkrankte. Die Nachfolge war grundsätzlich geplant, doch plötzlich musste ich deutlich früher als erwartet Verantwortung übernehmen. In dieser Zeit hat sich vor allem mein Blick auf das Unternehmen verändert. Ich habe verstanden, dass ein Familienunternehmen viel mehr ist als Gebäude, Maschinen oder Zahlen. Es sind die Menschen, die den Unterschied machen. Irgendwann wurde mir bewusst, dass wir nicht einfach Menschen beschäftigen, sondern gemeinsam dieses Unternehmen sind. Genau dafür steht auch unser Leitbild: „WIR sind Weißmüller.“
Gemerkt, dass ich meinen eigenen Weg gehe, habe ich deshalb nicht mit der Übernahme einer bestimmten Position. Sondern in dem Moment, als ich begonnen habe, das Unternehmen wirklich als meine Verantwortung zu sehen und gemeinsam mit unserem Team weiterzuentwickeln.



