Der Reiz des Steins: In Nürnberg wird der Deutsche Naturstein-Preis verliehen

Ein Interview mit Gunther Bayer über den Reiz des Materials Stein /// von 

Aussegnungshalle Ingelheim Die Aussegnungshalle Ingelheim, nominiert für den Deutschen Naturstein-Preis 2013, Foto: Bayer & Strobel Architekten

Beim Stichwort „zeitgenössische Architektur“ haben die Meisten von uns sofort ein Konstrukt aus Beton und Glas vor Augen. Und natürlich haben diese Materialien die Architektur in den letzten rund einhundert Jahren geprägt. Doch nach wie vor spielt Naturstein eine große Rolle am Bau. Dieses Jahrtausende alte Baumaterial gibt in seiner schier unerschöpflichen Vielfalt an Farben und Musterungen heutigen Gebäuden vielleicht nicht mehr die strukturelle Stabilität wie bei alten Burgen oder Kathedralen, sorgt dafür aber oft für das ästhetische „gewisse Etwas“.

Architekt Gunther Bayer ist Juror des Deutschen Naturstein-Preises 2018, Foto: Bayer & Strobel Architekten

Wenn am 13. Juni in Nürnberg die Stone+tec 2018 beginnt, die internationale Fachmesse für Stein und Steintechnologie, wird dort auch wieder der Deutsche Naturstein-Preis verliehen. In vier Kategorien können Architekten und Landschaftsgestalter ihre aktuellen Projekte mit Natursteineinsatz einreichen. In der Jury sitzt unter anderem Architekt Gunther Bayer. Mit seinem Büro Bayer & Strobel Architekten konnte er 2013 eine Nominierung des begehrten Preises in der Kategorie „Massive Bauteile und Bauen im Bestand“ für das Projekt Aussegnungshalle Ingelheim erzielen. NMfair.mag sprach mit Gunther Bayer über den Reiz des Materials Stein.

Herr Bayer, was bringt Architekturbüros die Teilnahme an diesem materialbezogenen Wettbewerb?
Gunther Bayer: Der Deutsche Naturstein-Preis hat sich als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Architektur hier im Land etabliert. Es lohnt sich, die Teilnahme zu wagen und seine Projekte mit Stein zur Diskussion zu stellen. Was ich persönlich toll finde: Der Preis zeigt die große Bandbreite des Materials Stein: Vom Einsatz in der kleinsten Kapelle bis hin zu den großen Ministerien in Berlin.
Bei aller Vielseitigkeit – in welchen baulichen Situationen bietet sich die Verwendung von Stein besonders an?
Stein strahlt naturgemäß schon eine gewisse Schwere aus. Das Material ist gut geeignet, um die Massivität, die Dauerhaftigkeit eines Baukörpers zu betonen. Auch beim Bauen in der Stadt ist Stein meist eine passende Wahl und verortet ein Gebäude im Stadtgefüge. Sei es, ob man lediglich einen Sockel definiert oder das ganze Gebäude in Stein kleidet …

Stone+Tec

Auf der Stone+tec 2018 wird der Deutsche Naturstein-Preis verliehen. Vom 13. bis 16. Juni gibt es auf der Messe Stein in Bestform

Vor ihrem Architekturstudium haben sie eine Lehre als Steinmetz abgeschlossen… kommt daher eine Liebe zum Material?
Natürlich stehen einem als Architekt auch noch viele andere schöne Materialien zur Verfügung. Eine gewisse Vorliebe ist aus dieser Zeit aber vielleicht doch hängen geblieben. Das Material Stein hat eine besondere Ausstrahlung. Stein signalisiert Wertigkeit, Langlebigkeit. Die Oberfläche besitzt für sich bereits eine einmalige Textur. Dazu kommen die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten, von sandgestrahlt bis gestockt. Insbesondere heimischer Stein weist zudem einen hohen Regionalbezug auf. Heimischer Stein verortet neue Gebäude in einen Kultur- und Lebensraum und stellt gleich eine Vertrautheit her. Das findet man bei wenigen anderen Materialien.

Weitere Informationen zur Arbeit Gunther Bayers unter www.bayerundstrobel.de.

Infos und Anmeldeunterlagen zum Deutschen Naturstein-Preis unter www.deutscher-natursteinpreis.de.

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